Zahlen – Daten – Fakten

IMMER MEHR LANDWIRTSCHAFLICHE ÖKOBETRIEBE UND AGRARFLÄCHEN

Der deutsche Verbraucher legt immer größeren Wert auf ökologisch produzierte Nahrungsmittel. Das beweisen die Zahlen im Ökolandbau, die seit Beginn kontinuierlich ansteigen. Während 1996 in Deutschland eine Agrarfläche von 354.171 Hektar für den Ökolandbau genutzt wurde, waren es im Jahr 2015 bereits 1.088.838 Hektar. Im Jahr 2018 stieg die Fläche auf 1.521.314 Hektar, 2020 sind es nach den aktuellen Strukturdaten, die das Ministerium für für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Statistische Bundesamt herausgeben, bereits mehr als 1,59 Mill. Hektar der deutschen Anbaufläche. Der Anteil des Ökolandbaus an der gesamten Agrarwirtschaft hat sich demnach von anfänglich 2,1 % auf 6,5 % in 2015 und 9 % in 2018 auf 9,6 % in 2020 erhöht. In Verbindung mit der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sollen im Jahr 2030 mindestens 20% der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden.

Im Jahr 2015 betrug die Anzahl der landwirtschaftlichen Ökobetriebe noch 24.736, 2018 waren es 2018 mit 31.713 Ökobetrieben schon deutlich mehr. In 2020 produzieren bereits über 35.000 Betriebe ökologisch.

TROCKENE PERIODE DEZIMIERTE 2018 NUR TEILWEISE GEWINNE

Trotz des Zuwachses der ökologisch genutzten Getreidefläche, fiel die Erntemenge im Jahr 2018 5% geringer aus als im Vorjahr. Hier kam es zu Gewinneinbußen. Bei Bioölsaaten und Zuckerrüben verzeichneten die Ökolandwirte dagegen ein Plus. Auch die Milchpreise blieben bei höherer Milchanlieferung stabil und sorgten für einen Anstieg der Verkaufserlöse um 18%. Milch bleibt 2018 der wichtigste Umsatzträger, gefolgt von Eiern, Gemüse, Getreide und Obst.

WEITER STEIGENDE ERLÖSE FÜR BIOLANDWIRTE IN DEUTSCHLAND

5,5 Prozent mehr gaben deutsche Verbraucher 2018 für Bioprodukte aus. Der Gesamtumsatz betrug 10,91 Mrd. Euro. Discounter und der Einzelhandel mit Bio-Produkten steigerten den Umsatz um 8,6% mit ausgeweiteten Sortimenten. Allein der Lebensmitteleinzelhandel erwirtschaftete 6,43 Mrd. Euro. Der Naturkosthandel kam 2018 auf einen Umsatz von € 2,93 Mrd. Euro, alle sonstigen Geschäfte und Märkte erwirtschafteten 1,55 Mrd. Euro Umsatz.

Besonders erfolgreich waren, wie schon 2017, auch im Jahr die Sparten Molkereiprodukte und Rindfleisch.  Obst- und Gemüsekonsum waren dagegen leicht rückgängig.

2020 erhöhte sich der Umsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel in Deutschland insgesamt auf fast 15 Mrd. Euro, doch die Nachfrage lässt sich nicht allein mit deutschen Öko-Produkten decken, so dass bislang immer noch ein großer Teil aus dem Ausland kommt.

Was kann der Verbraucher vom Bio-Siegel erwarten?

GESETZLICHE VERORDNUNGEN

Bio-Lebensmittel unterliegen einer Zahl gesetzlicher Verordnungen, in denen die Erzeugung im ökologischen Landbau, die Kennzeichnung sowie das Kontrollverfahren geregelt sind.

  • EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007
  • Durchführungsverordnung (EG) Nr. 889/2008 (Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle)
  • Durchführungsverordnung (EG) Nr. 1235/ 2008  (Regelung der Einfuhren aus Drittländern)

Umfasst werden von den Verordnungen alle unverarbeiteten Agrarerzeugnisse einschließlich Fischen und die für den menschlichen Verzehr bestimmten verarbeiteten Agrarerzeugnisse, sowie Futtermittel, die mit Öko-Hinweisen vermarktet werden.

WAS GEWÄHRLEISTET EIN BIO-PRODUKT?

  • Landwirtschaftliches Erzeugnis
  • 95% der Agrarzutaten stammen aus ökologischem Landbau (ansonsten ist ein Bio-Hinweis nur auf der Zutatenliste erlaubt)
  • Nur gelistete konventionelle Agrarzutaten enthalten
  • Keine Verwendung genetisch veränderter Organismen
  • Nur gelistete Zusatz- und Verabeitungshilfsstoffe enthalten
  • Keine ionisierende Strahlenbehandlung
  • Erzeuger, Verarbeiter und Importeure unterstehen dem Kontrollverfahren
  • Kontrollen erfolgen im Betrieb

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 aktualisiert zuletzt 02.11.2021

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