Selbsthilfestrategien mit Ordnungstherapie & Mind-Body-Medizin

Beide Therapien sind geeignet zur Entwicklung eines gesundheitsfördernden Lebensstils. Im Kern geht nicht nur in der Ordnungstherapie sondern auch in der Mind-Body Medizin (MBM) darum, eine Struktur in die äußere und innere Lebensordnung zu bringen. Sowohl Ordnungstherapie wie auch Mind-Body-Medizin unterstützen den Patienten und wirken aktiv mit, diesen gesundheitsfördernden Lebensstil zu entwickeln. Der Ansatz beider Therapieformen ist ganzheitlich, er bezieht sich auf die Einheit von Körper, Geist und Seele. Beide Therapieformen konzentrieren sich darauf, Selbstheilungskräfte im Körper zu aktivieren und leisten auf diese Weise Hilfe zur Selbsthilfe.

Eine Therapie richtet sich individuell nach der Situation und den Bedürfnissen des Patienten aus. In der Regel werden Mind-Body Medizin und Ordnungstherapie ergänzend zur konventionellen und naturheilkundlichen Behandlung eingesetzt. Beide Therapieformen kommen bei Gesunden und Kranken gleichermaßen zur Anwendung.

Die Ordnungstherapie

Begründer der Ordnungstherapie sind der Schweizer Max Birchner-Benner (1867-1939) und Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897).

Die Ordnungstherapie hat ihre Wurzeln in der diaita (lat. diaeta, geregelte Lebensweise), die auf Gelehrte der griechischen und römischen Antike zurückgeht. Über die Jahre ist die Therapie an die veränderten Verhältnisse angepasst worden und orientiert sich heute am modernen Stand von Wissenschaft und Forschung.

Die Ordnungstherapie wird als klassisches Naturheilverfahren im Rahmen der Kneipp-Kur schon seit dem 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt, um eine Vielzahl von körperlichen Funktionsstörungen zu behandeln. Auch vorbeugend kommt die anerkannte Therapieform zum Einsatz.

Ziel der Ordnungstherapie ist die Ordnung im körperlichen und geistigen Bereich, die durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden soll:

Therapieziele der Ordnungstherapie

  • Sinnvolle Nutzung von Licht, Wasser und Luft
  • Ausgewogener Wechsel von Bewegung und Ruhe
  • Maßvoller und kluger Gebrauch von Speisen und Getränken
  • Regulierung des Stoffwechsels
  • Stabilisierung der Psyche durch Entspannungsübungen und mentale Stärkungstechniken wie Qi Gong, Yoga und Atemtherapie
  • Ordnung der sozialen Beziehungen

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Die Mind-Body-Medizin

Die Mind-Body-Medizin (MBM) bietet verschiedene Konzepte für die gesunde Bewältigung des Alltags. Die Mind-Body-Medizin wurde erst 1970 in den USA entwickelt und basiert auf Erkenntnissen aus der Stressforschung.

Diese Therapieform schließt weitere persönliche Aspekte mit ein wie z.B. die direkte Wirkung von Gefühlen, Einstellungen, Gedanken, soziale und spirituelle Betrachtungsweisen.

Die Mind-Body-Medizin zielt darauf ab, Hilfe zur Selbsthilfe zu erlernen, die Lebensqualität zu steigern, Stress zu bewältigen und auch Lebensinhalte zu finden. Ebenfalls kann sie dabei unterstützen, Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln. Gleichermaßen fördert diese Therapieform die Fähigkeit zur Entwicklung von Selbstfürsorge und hilft auch dabei, sie zu erhalten. Die Therapie besteht aus verschiedenen Verfahren und Methoden, die sich jeweils auf folgende Bereiche konzentrieren können:

  • Bewegung
  • Entspannungstechniken/ Meditation
  • Ernährung
  • Stressbewältigung
  • Soziale Kontakte in ihrem Zusammenwirken

In der Regel dauert die Therapie in der Mind-Body-Medizin mehrere Wochen und findet ambulant in einer Gruppe statt. Sie kommt jedoch auch stationär, teilstationär oder im Einzelkontakt in einer niedergelassenen Praxis zur Anwendung. Die Mind-Body Medizin kann zur Vorsorge, Rehabilitation oder palliativ eingesetzt werden.

Üblich ist der Einsatz parallel zu konventionellen und naturheilkundlichen Behandlungsmethoden.

Wirkung und Wirksamkeit der Mind-Body-Medizin

Die Wirksamkeit der Mind-Body-Medizin hat sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen besonders bei Langzeitbehandlungen chronischer Erkrankungen gezeigt, in denen naturheilkundliche und konventionelle Methoden gezielt kombiniert wurden. In vielen Fällen ließen sich durch den Einsatz der Mind-Body Medizin die Nebenwirkungen von konventionellen medikamentösen Therapien senken, weil im Behandlungsverlauf die Dosis der Medikamente verringert werden konnte.

Einsatzbereiche von Mind-Body Medizin und Ordnungstherapie

Beide Therapieformen zeigen positive Wirkungen. Sowohl für die Mind-Body Medizin, als auch für die Ordnungstherapie sind bislang positive Wirkungen bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden wissenschaftlich belegt:

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Für die Übernahme der Therapiekosten bei der Ordnungstherapie und Mind-Body-Medizin durch die Kasse sind einige Voraussetzungen nötig. Wenn eine Einweisung vom Hausarzt oder Facharzt vorliegt, werden in der Regel die Kosten für eine stationäre oder teilstationäre Behandlung der Mind-Body Medizin und der Ordnungstherapie von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Auskünfte dazu erteilen der behandelnde Arzt, Therapeut und die zuständige Krankenkasse. Einige Anbieter der Mind-Body-Medizin fordern im Vorfeld eine Kostenübernahmeerklärung durch den Kostenträger. Bei privat Krankenversicherten leisten die Krankenkassen im vertraglich vereinbarten Rahmen.

Allgemeine Informationen zu Zuzahlungen und Kostenübernahmen finden Sie in unserem Bericht: Kostenübernahme und Eigenteil bei Reha und Naturheilverfahren

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 11/2016 | aktualisiert 26.01.2023
Bildquelle: ©Gerd Altmann@pixabay.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Informationen:

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