Panchakarma-Kur – Teil der indischen Heilkunst

FÜNF HANDLUNGEN

Die Panchakarma-Kur nimmt einen festen Bestandteil in der indischen Heilkunst, dem Ayurveda ein und dient der inneren und äußeren Reinigung des Körpers. Panchakarma bedeutet soviel, wie „Fünf Handlungen“ und bezeichnet die fünffache Reinigung, die während der 10-tägigen Kur in verschiedenen Prozessen zur Anwendung kommt. Ziel der ayurvedischen Handlungen ist es, den Körper zu entschlacken und von allen Giftstoffen zu befreien, damit die inneren Kräfte zur Selbstheilung angeregt werden und ein besseres Körpergefühl erlangt wird.

INNERE REINIGUNG

Die innere Reinigung erfolgt während der Panchakarma-Kur meistens in Form von Einläufen. Auch Spezialbehandlungen, in denen der Nasen- und Stirnhöhlenbereich gründlich von Verschleimungen befreit wird, können zur Therapie gehören.

ÄUSSERE ANWENDUNGEN

Die äußeren Anwendungen der Panchakarma-Kur beinhalten Massagen, Ganzkörper-Ölgüsse und Stirn-Ölgüsse. Die speziellen Methoden der Massage richten sich jeweils danach, welcher der drei Ayurveda-Typen diagnostiziert wurde. Der Vata Typ wird eher mit langgezogenen Streichungen und wenig Druck behandelt, während der Pitta Typ mit kürzeren Streichungen und mittlerem Druck behandelt wird. Den Kapha Typen massiert man mit kürzeren, kräftigen Griffen.

Jede Massage ist abhängig davon, welche Beschwerden vorliegen und in welcher Verfassung der Patient sich befindet. Ganzkörpermassagen beginnen am Kopf und dauern bis zu zwei Stunden. Ayurveda Therapeuten praktizieren auch Synchron-Massagen, die außergewöhnlich entspannend wirken, weil beide Gehirnhälften dabei koordiniert werden.

Tiefenentspannung durch Ayurveda Massage

ÖLGUSS

Ein Ölguss erstreckt sich über den ganzen Körper und soll zu tiefer körperlicher und geistiger Entspannung führen. Der Patient wird hierbei ununterbrochen mit einem warmen Ölstrahl übergossen.

STIRNGUSS

Beim Stirnguss, der als zentrale Behandlungsform im Ayurveda gilt, fließt ununterbrochen mit Kräutern versetztes, warmes Sesamöl auf die Stirnpartie des Patienten. Die beruhigende Wirkung auf das gesamte vegetative Nervensystem ist anhand von Studien belegt. Außerdem wirkt der Stirnguss harmonisierend und ausgleichend. Eingesetzt wird die Behandlungsform bevorzugt bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden. Dazu zählen:

  • Chronische Kopfschmerzen
  • Gesichtslähmung
  • Halbseitige Lähmung
  • Schlaflosigkeit
  • Depressionen
WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dr. Hans H. Rhyner: Das Praxis-Handbuch Ayurveda: Gesund leben, sanft heilen. 1997. 4. Auflage. Verlag Königsfurt-Urania
Praxis:Natur, Gesundheitsmagazin der Heilpraktikerpraxis 2/2013

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Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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