Gut ein Viertel aller an Krebs erkrankten Männer in Deutschland leidet unter Prostatakrebs. Die Häufigkeit hat in den letzten 30 Jahren zugenommen, was auf zwei Aspekte zurückzuführen ist. Einerseits wird die Gesellschaft immer älter, andererseits gibt es immer bessere Methoden zur Früherkennung. Die Heilungschancen sind gut, wenn der Krebs früh diagnostiziert wird. Deshalb sollten sich Männer ab dem 45. Lebensjahr vorsorglich untersuchen lassen.

Was ist Prostatakrebs?

Bei Prostatakrebs ist die Vorsteherdrüse betroffen. Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor, der sich meistens an den äußeren Prostatadrüsen initial bildet. Der Tumor wächst langsam und neigt dazu, Metastasen zu bilden. Diese befallen dann im weiteren Verlauf andere Körperteile wie etwa die Lymphdrüsen oder die Knochen.

Prostatakrebs hat gute Heilungschancen. Grundvoraussetzung ist, sich frühzeitig an Spezialisten zu wenden, die die richtige Therapie auswählen. Abhängig vom Grad der Bösartigkeit bieten sich unterschiedliche Behandlungen an. Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto besser sind die Aussichten auf eine vollständige Heilung.

Wie entsteht Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist in erster Linie eine Alterserscheinung. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von etwa 0,1 % bei einem 40-jährigen auf über 6 % bei einem 80-jährigen Mann an. Die Erbanlagen und Sexualhormone beeinflussen ebenfalls die Bildung von Prostatakrebs. Anders als landläufig vermutet gibt es keinen Beweis, dass die gutartige Prostatavergrößerung das Prostatakrebsrisiko erhöht. Zwar gibt es vergleichbare Symptome wie etwa nächtlicher Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen, doch ist nicht nachgewiesen, dass eine Prostatavergrößerung zu Prostatakrebs führt. Nichtsdestoweniger sind Beschwerden wir diese ein Alarmzeichen und sollten mit einem Arzt besprochen werden.

Arzt Beratung

Vor der eigentlichen Prostata-Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt.

Ablauf einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung

Viele Männer scheuen die urologische Untersuchung der Prostata, dabei besteht dazu keinen Anlass. Ärzten ist bewusst, dass Männer Vorbehalte haben und sich nur ungern untersuchen lassen. Deshalb startet eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung in der Regel mit einem ausführlichen Arztgespräch. Der Urologe stellt gezielt Fragen, um den allgemeinen Gesundheitszustand abzuklären und außerdem möglicherweise vorliegende Symptome zu identifizieren, die auf eine Prostata-Erkrankung hinweisen.

Wasserlassen und Ejakulation

Im Rahmen des vertraulichen Gesprächs schildern Männer ihr Befinden beim Wasserlassen und der Ejakulation. Der Arzt benötigt Informationen etwa über die ausgeschiedene Menge des Urins und über die Konsistenz des Ejakulats, weil sich daran erste Anzeichen niederschlagen, sollte die Prostata erkrankt sein.

Die Standard-Untersuchung

Der erste Untersuchungsschritt erfolgt rektal. Der Arzt tastet durch den Darm die Prostata ab und untersucht diese sowie die äußeren Organe Hoden, Penis und Bauch nach auffälligen Verhärtungen und Knoten. Die rektale Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als eine halbe Minute. Stellt der Arzt eine Verhärtung fest, folgt als Nächstes die transrektale Ultraschalluntersuchung. Dabei wird eine spezielle Sonde in den Darm eingeführt, um die Prostata zu untersuchen und etwaige Verhärtungen auf dem Bildschirm sichtbar zu machen. Der Urologe entnimmt gegebenenfalls etwas Gewebe aus der Prostata, wenn er nicht gänzlich sicher ist, dass die Prostata gesund ist. Er schickt die Probe zur Untersuchung ein. Neben den herkömmlichen Untersuchungen machen Urologen einen PSA-Test. Dabei wird das Blut auf das Vorhandensein eines Antigens untersucht, das bei überdurchschnittlicher Ausprägung auf Prostatakrebs schließen lässt.

So läuft die Prostata-Untersuchung in der Spezialklinik ab

Bei einer Prostata-Untersuchung in einer Spezialklinik bleibt die Intimsphäre des Mannes vollständig gewahrt. Anstelle einer rektalen Untersuchung nutzen Spezialkliniken die MRT-Untersuchung. Dabei handelt es sich um das derzeit beste bildgebende Verfahren, das im Zusammenhang mit einer Prostatauntersuchung eingesetzt werden kann. Männer müssen sich nicht vollständig entkleiden, sondern behalten die Leibwäsche bei der Untersuchung an.
Das MRT ist außerdem schmerzfrei. Mithilfe des MRT lässt sich Prostatakrebs früh erkennen und entsprechend frühzeitig und wirkungsvoll behandeln.

Die ALTA Klinik – Prostata Spezialklinik mit Niederlassungen in Bielefeld, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, München, Leipzig, Münster und Stuttgart ist eine beliebte Anlaufstelle, die Männer aus dem gesamten Bundesgebiet untersucht und behandelt. Nach eigenen Angaben erspart die optimierte multiparametrische MRT-Untersuchung der Hälfte ihrer Patienten eine Biopsie. Diese wird nur dann durchgeführt, wenn ein begründeter Krebsverdacht vorliegt.

Tipp: Männer ab 45 sollten regelmäßig eine Prostata Untersuchung zur Früherkennung vornehmen lassen. Die Standard-Vorsorgeuntersuchung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Die Kosten für eine MRT-Untersuchung werden nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen übernommen. Versicherte sollten die bei Bedarf die Kostenübernahme mit der zuständigen Krankenkasse abstimmen oder diese privat bezahlen und sich die Kosten später beispielsweise über eine private Zusatzversicherung erstatten lassen. Privat versicherte Patienten klären ebenfalls im Vorfeld, ob ihr Tarif eine MRT-Untersuchung abdeckt. ​Buchen Männer einen Termin in einer Spezialklinik in der Nähe, können die Spezialisten im Falle eines positiven Befunds rasch alle notwendigen Schritte zur weiteren Behandlung einleiten.

Mann Parkbank

Mit fortschreitendem Alter steigt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Symptome bei Prostatakrebs

Prostatakrebs äußert sich im frühen Stadium nicht durch bestimmte Symptome. Wenn der Tumor weiter wächst, können Schmerzen beim Wasserlassen auftreten, im fortgeschrittenen Stadium sind Knochenschmerzen bekannt.

Da der Tumor langsam wächst kann er, wenn er unentdeckt bleibt, Metastasen streuen, was die Heilungschancen verringert. Haben sich bereits Tochtergeschwülste in benachbarten Organen wie etwa dem Mastdarm gebildet, ist mit Beschwerden zu rechnen: Schmerzen im Schambein oder Damm, unregelmäßiger Stuhlgang und Beschwerden beim Stuhlgang, Blut in der Samenflüssigkeit, Erektionsstörungen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blutarmut, allgemeine Schwäche, Rückenschmerzen, Schmerzen in den Hüften und Oberschenkeln, unerklärliche Knochenbrüche, Blut im Urin, Urinrückstau, Nierenschmerzen bis hin zu Nierenversagen und Schmerzen beim Urinieren.

Beschwerden beim Wasserlassen können sich auch dadurch ausdrücken, dass der Harnstrahl geschwächt ist oder sich der Toilettengang in der Nacht häuft. Auch Harnträufeln kommt vermehrt vor. Da diese Symptome sehr ähnlich zum Prostatasyndrom sind, welches als gutartige Prostatavergrößerung gilt, machen sich die wenigsten Männer Gedanken oder ignorieren die Beschwerden aus einem falsch verstandenen Schamgefühl, oft mit fatalen Folgen.

Die geschilderten Beschwerden müssen nicht zwingend auf einen Prostatakrebs hindeuten. Dennoch ist es wichtig, bei auftretenden Schmerzen möglichst schnell einen Urologen zur Abklärung aufzusuchen.

Behandlung von Prostatakrebs

Die richtige Therapie zur Behandlung des Prostatakrebses hängt vom Tumorstadium ab. Ärzte können aus einer Vielzahl unterschiedlicher Therapien die auswählen, die am besten zum Patienten und der gesamten Situation passt. Infrage kommen unter anderem diese Therapien:

  • Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie)
  • Strahlentherapie
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie

Auch Hyperthermie kann zur Behandlung von Prostatakrebs in Betracht gezogen werden. Bei lokal begrenztem Prostatakrebs könnte es sinnvoll sein, zunächst abzuwarten und den Tumor aktiv zu überwachen. Dabei gelten strenge Regeln, sodass beispielsweise eine engmaschige Überwachung vorgeschrieben ist. In vielen Fällen ist es so, dass Tumore keine Beschwerden verursachen und nicht unbedingt entfernt werden müssen. Tatsächlich sterben viele Männer mit Prostatakrebs, aber nicht an Prostatakrebs.

Fazit: Jährliche Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen

Prostatakrebs gehört nach Brustkrebs zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen unterstützen die jährliche Standard-Tastuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Besteht ein hochgradiger Verdacht auf Prostatakrebs, obwohl die Biopsie keinen Befund ergeben hat, übernehmen die Krankenkassen zur Diagnosestellung auch die Kosten einer MRT-Untersuchung. Früh erkannt ist der Krebs gut behandelbar.

Autor: Anna Reimann | Datum: 16.12.2021

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