Millionen Fahrräder auf Deutschlands Straßen unterwegs

FAHRRAD IST VERKEHRSMITTEL UND SPORTGERÄT FÜR JUNG UND ALT

Im statistischen Durchschnitt besitzen 76 Prozent der deutschen Haushalte 2,4 Fahrräder pro Haushalt. Diese Zahlen ergaben sich aus einer repräsentativen Umfrage von 2015, die das Bundesministerium für Verkehr und digitale Inftrastruktur beauftragt hatte. Dabei nutzen 38 Prozent das Fahrrad täglich oder mehrmals die Woche. Mit zunehmendem Alter geht die Nutzung jedoch zurück. Das Auto ist allerdings mit 81 Prozent deutlich beliebter als das Fahrrad, das nur auf 53 Prozent Zustimmung kommt.

Nach Angaben des Bundes Deutscher Radfahrer e.V. (BDR) sind in Deutschland 45 Millionen Bürger regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs. Davon sind etwa 150.000 Bürger in den 17 Landesverbänden mit mehr als 2500 angeschlossen Radsportvereinen organisiert.

Der Radsport teilt sich in die Bereiche Leistungssport, Breitensport und Freizeitsport. In allen Kategorien gibt es verschiedene Disziplinen und für jeden Anspruch ein  zugeschnittenes Angebot. Viele Vereine laden regelmäßig zu gemütlichen Radwanderungen, sportlichem Radtourenfahren oder zum umweltbewussten Country-Tourenfahren ein. Die Angebote berücksichtigen alle Altersklassen und Leistungsstufen.

Radfahren & Gesundheit

RADFAHREN SCHONT GESUNDHEIT, GELDBEUTEL UND UMWELT

Wer auf das Rad umsteigt, schont regelmäßig nicht nur die Umwelt und spart Geld für andere Fortbewegungsmittel, er spart nach Studienergebnissen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) später auch einen erheblichen Betrag für Gesundheitskosten. Berufspendler, die auf das Auto verzichten und das Fahrrad nutzen, vermeiden statistisch gesehen, jedes Jahr rund 2000 Euro für Krankenhauskosten und Behandlungen im Krankheitsfall. Grund dafür ist nach Datenlage die stärkende Wirkung des Radfahrens auf das Herz-Kreislaufsystem und die gesunde, gelenkschonende Bewegungsform. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Studie ermittelt, die das Bundesministerium für Umwelt in Auftrag gab.

RADFAHREN SENKT STERBLICHKEIT

Wie dänische Mediziner einer Langzeitstudie herausfanden, haben Menschen, die täglich mindestens 30 Minuten mit dem Rad fahren, eine Sterberate, die um 40 Prozent niedriger ist, als die von Menschen, die sich nicht oder nur in ihrer Freizeit bewegen. Die Studie, die im „Bicycle Research Report“ des Europäischen Radfahrerverbandes veröffentlicht wurde, erstreckte sich über einen Zeitraum von 14,5 Jahren und umfasste insgesamt 30.000 Personen im Alter zwischen 20 und 93 Jahren.

Angebote im Breiten- und Freizeitsport

RADFAHREN BIETET SPORT & BEWEGUNG FÜR JEDES ALTER UND JEDEN ANSPRUCH

Im Bereich Breiten- und Freizeitsport halten Radsportverbände und Radsportvereine für alle Alters- und Zielgruppen spezielle Angebote bereit. Die gemeinsamen Aktivitäten sollen neben der Bewegung auch die Kommunikation fördern. Die Angebote sind je nach Bedarf mit Genuss oder sportlichem Anspruch verbunden. In der Regel können auch Personen ohne Mitgliedschaft in einem Radsportverein teilnehmen, allerdings sind die Teilnahmegebühren für Nichtmitglieder oft etwas höher. Zu den angebotenen Aktivitäten zählen z.B.:

Volksradfahren

Das Volksradfahren findet üblicherweise einmal im Jahr statt und richtet sich an die ganze Familie. Besonders eignet sich das Angebot auch für Untrainierte, Kinder und Ältere. Es geht um die aktive Betätigung und Freude am Radfahren. Meistens erstreckt sich die Fahrt über eine ausgeschilderte Strecke um die 20 Kilometer Länge. Teilnehmen kann jeder, der ein verkehrssicheres Rad hat. Termin, Ort und das Rahmenprogramm teilt regelmäßig die örtliche Presse mit. Gegen geringe Teilnahmegebühr gibt es für jeden Teilnehmer eine Auszeichnung.

Radwandern

Radwandern ist ein Freizeitvergnügen, an dem auch die ganze Familie teilhaben kann. Beim Radwandern lässt sich die Heimat mit den umliegenden Sehenswürdigkeiten hervorragend erkunden. Geplant werden z.B. Tagestouren, Mehrtagestouren, Sternfahrten oder die Fahrt zum Bundes-Radsport-Treffen. Je nach Anspruch bieten Vereine unterschiedliche Gruppen. Eine Einsteigergruppe möchte Genuss bieten und fährt kleine Touren von 20 bis 40 Kilometer pro Tag ohne auf die Durchschnittsgeschwindigkeit zu achten. Eine Plauschgruppe z.B. möchte Aktivität bieten und legt pro Tag 40 bis 80 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von 16 bis 20 km/h zurück. Mitglieder einer Hobbygruppe betreiben das Radfahren regelmäßig als Sport und fahren Touren mit 80 bis 120 Kilometer pro Tag bei einer Geschwindigkeit von 20 bis 25 km/h.

Radtourenfahren (RTF)

Das Radtourenfahren ist die bekannteste und meist genutzte Veranstaltungsform. Radtourenfahren ist das Richtige für Sportler, die die Herausforderung auf dem Rennrad suchen. Die Mitglieder fahren ohne Zeitnahme zwischen 41 bis 100 Kilometer allein oder in der Gruppe bei Geschwindigkeiten von über 25 km/h. Im Zweig RTF-Formel A geht es um Ausdauer. An Wochenenden oder Feiertagen finden verschiedene Touren der 5 Klassen meistens auf einem Rundkurs statt. Dabei geht es um Kilometerstrecken zwischen 41-70, 71-110, 111-150, 151-200 und über 200 km ohne Sollzeiten. Im Streckenverlauf sind Kontrollstellen anzufahren, die die Startkarte abstempeln. Zu den Radtourenfahrten zählen außerdem Etappenfahrten. Bei diesen Fahrten handelt es sich um mehrtägige, geführte Radtourenfahrten.

Radmarathon

Der Radmarathon bildet eine Sonderform der Radtourenfahrten und bezeichnet eine angemeldete Veranstaltung von mehr als 200 Kilometer Länge.

Country-Tourenfahren

Das Country-Tourenfahren im Breitensport wird auf dem Geländerad (ATB, MTB) auf öffentlichen Feld – und Waldwegen ohne Rangliste und Zeitnahme durchgeführt. Kürzere Strecken bis 25 Kilometer führen meist über einfache Wege und sind für Einsteiger und Familien geeignet. Für die längeren Strecken wird zumeist fahrerisches Können und die Beherrschung des Rads vorausgesetzt.

AUSZEICHNUNGEN IM BREITENSPORT

Der Bund deutscher Radfahrer e.V. verleiht seinen Mitgliedern jährlich eine Auszeichnung als Anerkennung für erbrachte Leistungen im sportlichen Radfahren. Die erforderlichen Leistungen und Voraussetzungen ergeben sich altersabhängig aus den Generalausschreibungen für die einzelnen Disziplinen. Je nach Disziplin ist dafür z.B. beim Radwandern ein Fahrtenpass oder beim Radtourenfahren eine RTF-Jahreswertungskarte zu beantragen.

Disziplinen des Leistungssports

VON STRASSENRENNSPORT BIS RADPOLO

Die Disziplinen im Leistungssport rund um das Fahrrad sind vielseitig. Als konkurrenzfähige Radsport-Nation kann Deutschland auf viele nationale und internationale Erfolge zurückblicken, die namhafte Radsportler errungen haben.

Straßenrennsport

Im Straßenrennsport wird zwischen Rundstreckenrennen, Eintages-Straßenrennen und Etappenfahrten unterschieden. Diese Disziplin erfordert viel Training, Ausdauer, Härte und Teamgeist. Die Sportler fahren in den Wettkämpfen allein gegen die Uhr, in der Mannschaft oder im großen Feld. Schüler und Jugendliche fahren Rennen zwischen 10 und 80 Kilometer, Frauen legen Distanzen bis zu 130 Kilometer zurück, während Amateure Strecken von bis zu 200 Kilometer zurücklegen. Berufsfahrer bewältigen dagegen Strecken bis 280 Kilometer. Zu den großen Rennen zählt die Tour de France oder der Giro d`Italia

Bahnrennsport

Die Disziplinen des Bahnrennsports teilen sich in Sprint, Zweiermannschaftsfahren, Mannschaftverfolgung, Einerverfolgung oder Punktefahren. Diese Art des Radsports zeichnet sich besonders durch hohe Geschwindigkeiten und ein hohes Maß an Taktik aus – es werden bis zu 70 Stundenkilometern erreicht. Die Distanzen sind kürzer als bei Straßenrennen. Während Hallenpisten eine Länge zwischen 160 Metern und 250 Metern haben, sind Bahnen im Freien zwischen 250 Meter und über 400 Meter lang. Die Beläge bestehen aus Holz oder Beton. Das Sechstagerennen zählt zu den bekanntesten Hallenrennen des Bahnrennsports.

Querfeldein-Radrennen (Cross)

Die Querfeldein-Spezialisten scheuen kein Wetter. Auf unwegsamem Gelände sind sie unterwegs, denn ihre Strecken sind häufig im Wald oder auf einem Feld abgesteckt. Crossfahrer sind Steuerkünstler und müssen außerdem gut laufen können, wenn es mit dem Rad mal einen steilen Hang hoch geht. Auch eine Treppe hinunter zu fahren zählt zur Grundausbildung.

Mountainbiking (MTB)

Ursprünglich kommt die Sportart aus Amerika. Wettbewerbsmäßig betreibt der Bund Deutscher Radfahrer diese Disziplin seit 1989. Mountainbiker betreiben ihren Sport fernab vom Straßenverkehr auf befestigten Wald- und Feldwegen. Für das MTB gibt es speziell konstruierte Räder, die Fahren bergauf und bergab erleichtern.

Bicycle Moto Cross (BMX)

Diese Radsportdisziplin wird überwiegend von Kindern und Jugendlichen betrieben. BMX-Rennen finden auf Sandbahnen mit sharfen Kurven und Hindernissen statt. Die Bahnen haben eine Länge zwischen 300 und 400 Metern.

Fahrrad-Trial

Beim Fahrrad-Trial geht es die technisch einwandfreie Fahrt. Die Sportler benötigen im Wettbewerb einige Geschicklichkeit, um Hindernisse wie Baumstämme oder Felsen so zu umfahren, dass sie weder Hände noch Füsse benötigen, um ihr Gleichgewicht zu halten – ansonsten gibt es Strafpunkte. Häufig werden Spezialräder eingesetzt. Für diese Sportart begeistern sich viele Jugendliche. Die Disziplin gilt als Basis aller Radsportarten.

Kunstradsport

Kunstradfahren erfordert ein hohes Maß an Körperbeherrschung. Anfänger werden in kleinen Schritten geschult. Schon in frühem Alter können Jungen und Mädchen mit dem Training beginnen. Kunstradsportler sind Akrobaten, die darauf trainiert sind, Übungen mit hohen Schwierigkeitgraden zu meistern.

Radball/Radpolo

Bei dieser kampfbetonten Disziplin bilden zwei oder fünf Spieler eine Mannschaft. Es geht darum den mit Roßhaaren gefüllten Ball per Vorderrad in das gegnerische Tor zu befördern. Dabei stehen die Sportler oft auf ihren Pedalen. Bei Frauen und Mädchen wird Radpolo gespielt. Sie spielen dabei einen kleineren Ball mit dem Polostock.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Autor: Redaktion Katja Schulte
Datum: 01/2017

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