Radon kann unbemerkt ins Gebäude gelangen

AUCH IN DEUTSCHLAND GIBT ES WOHNUNGEN MIT HOHER RADONBELASTUNG

Durch undichte Stellen in der bodennahen Außenhülle kann das Edelgas Radon unbemerkt in Innenräume von Wohnungen und Gebäuden eintreten. Aber auch über das Trinkwasser gelangt es in den Körper und in die Raumluft und erhöht unbemerkt die Radonbelastung. Das radioaktive Radon ist ein Zerfallsprodukt der Uran-Radium-Kette. Nach dem Tabakrauchen gilt dieses geschmacklose und geruchlose Gas als der größte Verursacher für Lungenkrebs.

Seit 2018 sind für manche Gebäudeeigentümer bauliche Maßnahmen verpflichtend, wenn der Radonreferenzwert überschritten ist.

Besonders gefährdet sind alte Gebäude, undichte Gebäude und Gebäude ohne Grundplatte. Ebenso können luftdichte Neubauten in den Innenräumen hohe Radonkonzentrationen erreichen. In der Regel weisen Keller oder Innenräume von Häusern mit Bodenkontakt höhere Radonwerte auf.

Radon tritt durch verschiedene Stellen in Gebäude ein

MÖGLICHE SCHWACHSTELLEN FÜR RADONBELASTUNG SIND BAUTEILE MIT BODENKONTAKT

Radon befindet sich natürlich im Boden und tritt aus Rissen und Spalten in die Umwelt und gelangt auf seinem Weg auch über durchlässige Stellen in Gebäude ein. Häufige Eintrittsstellen für Radon aus der Bodenluft sind fehlende Grundplatten oder Risse und Spalten, die sich in Bodenplatten und Fußböden befinden.

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Aber auch Fugen zwischen Bauteilen können vermehrt Radon durchlassen. Daneben sind es Lücken an Boden- und Wandverbindungen oder Kellerabflüssen, durch die Radon in Innenräume gelangt. Weitere Schwachstellen bilden undichte Kabelschächte, nicht vollständig abgedichtete Rohrleitungen sowie gealterte und mangelhaft ausgeführte Abdichtungen.

Von dort aus kann Radon sich im ganzen Haus verteilen, auch über Schornsteine, Treppenhäuser, Installationsschächte und Fahrstuhlschächte und für eine erhöhte Radonbelastung verantwortlich sein.

Schon wenn das Haus im Bodenbereich minimale Undichtigkeiten hat, wird bei geringem Unterdruck im Gebäude die radonhaltige Bodenluft aus bis zu 20 Meter Umkreis angesaugt.

Je nach Gebiet unterscheidet sich die Radonkonzentration im Boden deutlich.

Risikogebiete für Radon in der BRD

GRANIT- UND VULKANGESTEIN ENTHÄLT HOHE RADONKONZENTRATIONEN

Risikogebiete für Radon befinden sich vorwiegend dort, wo der Boden sehr durchlässig für das unsichtbare Edelgas ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat auf der Basis von 3700 Messpunkten zwei Übersichtskarten zur regionalen Verteilung von Radon in der BRD erstellt, die in grobem Raster die Radonkonzentration im Boden und das Radonpotential zeigen.

In einem Raster von 3 x 3 Kilometern sind die geschätzten Radonkonzentrationen erfasst, die nach Angaben des BfS allerdings in jedem Gebäude vorort durch individuelle Messungen zur Radonbelastung separat ermittelt werden müssten.

Die Karte des BfS zur Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft enthält 4 Abstufungen, durch die die gebietsweise geschätzte Radonkonzentration farblich voneinander getrennt ist. Farblich differenziert werden kann zwischen Gebieten mit weniger als 20.000 Bq Radon pro Kubikmeter Bodenluft bis hin zu Flächen mit über 100.000 Bq Radon pro Kubikmeter Bodenluft.

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