Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO ) meldete, wurden nach vielen Jahren der Forschung die Ergebnisse zum Fleischrisiko ausgewertet, so dass die Einstufung des Lebensmittels Fleisch vorgenommen werden konnte. Mehr als 800 Studien waren insgesamt vorausgegangen, bevor Fleisch und Fleischwaren von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) nun eingestuft sind. Rotes Fleisch wurde in die Gruppe 2A eingestuft und gilt damit als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen“.

Fleischwaren zählen den Studienergebnissen nach nun zur Gruppe-1-Karzinogen und sind damit qualitativ der gleichen Kategorie zugeordnet wie das Tabakrauchen.

Der Begriff Rotes Fleisch umfasst alle Muskeln von Säugetieren. Zu den häufigsten Lieferanten zählen Rind, Kalb Schwein, Hammel und Lamm. Unter den Begriff Fleischwaren fallen entsprechende Fleischprodukte, die gesalzen, gepökelt, geräuchert, fermentiert oder durch andere Verarbeitungsweise haltbar gemacht oder verfeinert wurden. Dazu zählen zum Beispiel auch Wurst, Schinken, Würstchen, Fleischkonserven, Fleischzubereitungen und Saucen.

Die IARC, die eine Einrichtung der Weltgesundheitsgesundheitsorganisation (WHO) ist, hatte in den verschiedenen Studien nach einem Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Krebserkrankungen in Verbindung mit dem Verzehr von rotem Fleisch oder verarbeitetem Fleisch gesucht und war fündig geworden.

Demnach lassen die Studienergebnisse, die sich zum Teil über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erstrecken, Rückschlüsse darauf zu, dass mit dem Konsum von Fleisch und Fleischwaren besonders das Risiko für einige bestimmte Krebsarten steigt.

Dazu zählen insbesondere Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs, während sich hingegen ein Zusammenhang mit Magenkrebs nicht eindeutig ergab.

Das Krebsrisiko steigt mit der Verzehrmenge an

Die Gefahr für den einzelnen Menschen wird durch rotes Fleisch insgesamt als gering eingestuft, dennoch sind die Ergebnisse nach Ansicht der Forscher für die öffentliche Gesundheit von Bedeutung, besonders dort, wo ein Großteil der Bevölkerung regelmäßig rotes Fleisch und Fleischwaren auf dem Speiseplan hat.

Nach den Studienergebnissen der IARC steigt das Darmkrebsrisiko beim täglichen Konsum pro 50 Gramm Fleischwaren um 18 Prozent an. Bei einem täglichem Konsum von rotem Fleisch steigt das Darmkrebsrisiko pro 100 Gramm um 17 Prozent an.

Das Krebsrisiko durch den Verzehr von Fleisch und Fleischwaren ist vergleichsweise gering

Nach Angaben der IARC ist verglichen mit der Anzahl der Krebserkrankungen, die durch Rauchen, Alkohol oder Umweltgifte aus Luftverschmutzung entstehen, das Risiko für Fleischkonsumenten vergleichsweise gering. An den Folgen des Rauchen sterben jährlich etwa 1 Million Krebskranke, an Alkohol 600.000 und die Luftverschmutzung  fordert 200.000 Opfer.

Mit dem Verzehr von rotem Fleisch konnten jährlich 50.000 Krebstote in Zusammenhang gebracht werden, während verarbeitete Fleischwaren  34.000 Todesopfer fordern.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 18.01.2023
Bildquelle: © Bild von Fermo Sergio auf Pixabay.com

Quellen:

WHO. Krebsrisiko – Rotes Fleisch

IARC

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Suche