Mehr oder weniger Salz?

EXPERTEN SIND SICH NICHT EINIG

Die wissenschaftlichen Meinungen und Erkenntnisse zum Thema Salzzufuhr und Bluthochdruck gehen auseinander. Unstrittig zwischen den Parteien ist lediglich, dass Speisesalz (Natriumchlorid) ein lebenswichtiger Mineralstoff für unsere Gesundheit ist, denn es ist an vielen elementaren Stoffwechselprozessen beteiligt. Unser Körper kann es nicht selbst herstellen und wir müssen es deshalb in Form von Kochsalz, Meersalz oder Steinsalz über die tägliche Nahrung aufnehmen, um gesund zu bleiben.

Aber wieviel Salz hält wirklich gesund und welche Mengen fördern Bluthochdruck?

Salz – Die weiße Gefahr

WENIGER IST MEHR

Nach Meinung vieler Ärzte und Ernährungsexperten kann ein überhöhter Salzkonsum der Auslöser für gesundheitliche Probleme und ernährungsbedingte Krankheiten, wie Bluthochdruck werden. Stark salziges Essen gilt demnach als krankmachend und lebensverkürzend. Auf keinen Fall soll nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), die tägliche Salzaufnahme für einen Erwachsenen mehr als 6 Gramm betragen.

Die Gefahr eines Überkonsums ergibt sich nach Datenlage weniger durch das Nachsalzen von selbst gekochten Speisen mit Speisesalz, sondern eher aus dem Verzehr von Fertiggerichten und zubereiteten Produkten, wie Wurst, Käse, Pizza & Co. – denn hier verbergen sich oft hohe Salzanteile. Die enthaltene Salzmenge wird auf dem Etikett des Lebensmittels ausgewiesen.

WHO 2003 – WENIGER SALZ KANN TODESFÄLLE SENKEN

Schon 2003 publizierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass drei Gramm weniger Salz pro Tag erheblichen Einfluss auf die Sterberate haben können. Danach könnte die Zahl der Schlaganfälle um 22 Prozent zurückgehen und die Herztodfälle könnten um 16 Prozent sinken.

Allerdings zeigen andere Studien, dass ein zu niedriger Salzkonsum das Sterberisiko von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen deutlich erhöht.

Salzkonsum in der BRD

WIEVIEL SALZ KONSUMIERT DER DEUTSCHE TATSÄCHLICH? 

Nach der Bewertung des Salzkonsums der deutschen Bundesbürger kamen die drei deutschen Gesundheitsbehörden, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Max-Rubner-Institut (MRI) und das Robert-Koch-Institut (RKI) zu dem Schluss, dass die tägliche Salzaufnahme in Deutschland durchschnittlich höher als empfohlen ist. Demnach nehmen Männer täglich etwa 9 Gramm Salz zu sich, während Frauen etwa 6,5 Gramm täglich konsumieren. Nach Meinung der drei Gesundheitsbehörden wäre eine tägliche Aufnahme von nur 3,5 Gramm zur Gesunderhaltung eher empfehlenswert.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE),
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Joint WHO/FAOexpert consultation on diet, nutrition and the prevention of chronic diseases. 2003, Geneva.

BfR, RKI,MPI: http://www.bfr.bund.de/cm/343/blutdrucksenkung-durch-weniger-salz-in-lebensmitteln.pdf

WHO: dietphysicalactivity/publications

Effects of low sodium diet versus high sodium diet on blood pressure, renin, aldosterone, catecholamines, cholesterol, and triglyceride.Niels Albert Graudal, Thorbjorn Hubeck-Graudal, Gesche Jurgens. Editorial Group: Cochrane Hypertension Group. 4 OCT 2011. DOI: 10.1002/14651858.CD004022.pub3

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 04/2016

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