Dauerhafter Schlafmangel fördert Übergewicht

UNGLEICHGEWICHTE IM HORMONHAUSHALT FÜR SCHLAFMANGEL VERANTWORTLICH

Menschen, die dauerhaft weniger als fünf Stunden pro Nacht schlafen, schwächen bekanntermaßen nicht nur ihr Nerven- und Immunsystem, sondern können nach dem Ergebnis wissenschaftlicher Studien der Universität of Colorado at Boulder noch mit anderen Konsequenzen rechnen, denn Schlafmangel sorgte bei den Probanden schon nach wenigen Tagen für eine Gewichtszunahme. Bei dauerhaftem Schlafmangel kann deshalb das Risiko für Übergewicht erhöht sein.

Grund dafür war ein um sechs Prozent erhöhter Tagesbedarf an Energie. Dieser wurde von einem gesteigerten Appetit begleitet und war so für eine vermehrte Kalorienaufnahme verantwortlich, die bei den Probanden durchschnittlich zu einer Gewichtszunahme von 820 Gramm innerhalb von 14 Tagen führte.

Beteiligt waren unter anderem das appetitsteigernde Hormon Ghrelin und das appetitzügelnde Hormon Leptin sowie das Schlafhormon Melatonin. Warum der Körper so reagierte, ließ sich nicht im Einzelnen feststellen.

MÄNNER NEIGEN TROTZ AUSREICHEND SCHLAF ZUR GEWICHTSZUNAHME

Nachdem die weiblichen Probanden wieder ausreichend Schlaf erhielten, regulierte der Körper den Energiebedarf selbstständig wieder nach unten und sie verzehrten automatisch weniger Kohlenhydrate und Fette und erhielten ihren ausgeglichenen Energiehaushalt. Die männlichen Probanden dagegen neigten auch bei ausreichendem Schlaf zur Zunahme von Gewicht.

Diese Ergebnisse stützen nach Meinung der Forscher auch andere epidemiologische Studien, die wiederholt Adipositas mit Schlafmangel in Verbindung brachten, wobei sie annahmen, dass nicht nur der Faktor Schlafmangel allein zu Adipositas führe.

7 BIS 8 STUNDEN SCHLAF EMPFOHLEN

Wissenschaftler empfehlen einem Erwachsenen etwa sieben bis acht Stunden Schlaf, der individuelle Bedarf kann jedoch darüber oder darunter liegen.

Personen in einem Diätprogramm können nach Aussage der Forscher mit ausreichend Schlaf auf jeden Fall ihre Erfolgschancen erhöhen.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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