Häufigkeit

SCHLAGANFALL IST DRITTHÄUFIGSTE TODESURSACHE

Nach Informationen des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2006, stellt der Schlaganfall nach Herzerkrankungen und Krebs die häufigste Todesursache dar. Mehr als 250.000 Deutsche werden jedes Jahr Opfer – auch etwa 300 Kinder und Neugeborene befinden sich darunter.

Ein Großteil der überlebenden Patienten bleibt langfristig behindert und pflegebedürftig. Er gilt als häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderungen in Deutschland.

OFT DURCH UNGESUNDE ERNÄHRUNG MITBEDINGT

Nach Angaben der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) gehört der Schlaganfall zu den ernährungsmitbedingten Volkskrankheiten.

Das Risiko kann nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) durch eine gesunde, ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse deutlich reduziert werden. Nach Studienlage ist der tägliche Konsum von Obst und Gemüse in Deutschland häufig unzureichend. Diese Situation soll die DGE-Kampagne „5 am Tag“ verbessern, die empfiehlt, mindestens 250 g Obst & 400  g Gemüse zu verzehren.

Definition

PLÖTZLICHE MINDERVERSORGUNG EINES HIRNBEREICHS

Ein Schlaganfall, auch Hirninfarkt, Apoplex oder zelebraler Insult genannt, kann auftreten, wenn Hirnbereiche plötzlich nicht mehr mit Blut versorgt werden. Es kommt zu einer schweren Durchblutungsstörung des Gehirns.

Ursächlich dafür sind Gefäßverschlüsse der Arterien oder die Verengung der Hirnarterien, seltener geplatzte eingerissene Blutgefäße aufgrund von lange vorbestehendem Bluthochdruck. In der Folge drohen die Nervenzellen abzusterben, die mit Sauerstoff und Nährstoffen unterversorgt sind, was zu folgenschweren Schädigungen der betroffenen Areale führen kann.

Mögliche Folgen

BEEINTRÄCHTIGUNGEN VON UNTERSCHIEDLICHER SCHWERE

Die Folgen eines Schlaganfalls können unterschiedlich schwer sein und verschiedene Körperfunktionen betreffen. Häufig bleiben mehr oder minder schwere, halbseitige Lähmungen der Muskulatur zurück, die Gesicht, Arme und Beine betreffen können. Auch Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit sind möglich. In der Regel ist jeweils die Körperhälfte beeinträchtigt, die der geschädigten Hirnhälfte gegenüber liegt.

STÖRUNGEN DES SPRACHZENTRUMS

Eine Schädigung der linken Hirnhälfte kann zu Sprachstörungen (Aphasie) führen, die von Wortfindungsstörungen bis hin zum Verlust der Sprachfähigkeit reichen können.

VERMINDERTE GEISTIGE FÄHIGKEITEN

Ein Schlaganfall vermindert vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum häufig die geistigen Fähigkeiten, die durch die Zerstörung der Hirnareale betroffenen sind. Es kann zu Gedächtnisdefiziten und verminderter Aufmerksamkeit kommen.

Mögliche Frühwarnzeichen

ANKÜNDIGUNG DURCH FRÜHWARNZEICHEN

  • Plötzlicher heftiger Kopfschmerz
  • Sprachstörungen
  • Drehschwindel
  • Gangunsicherheit
  • Sehstörungen
  • Lähmungsgefühl
  • Taubheitsgefühl

Schlaganfall erkennen

SO ERKENNEN SIE EINEN SCHLAGANFALL

Ob eine Person, die sich unvermittelt auffällig verhält, möglicherweise einen Schlaganfall erlitten hat, können Sie leicht im Schnelltest für Laien herausfinden und notfalls handeln. Je schneller medizinische Hilfe kommt, desto geringer sind die Schäden:

SCHNELLTEST FÜR LAIEN

  1. Bitten Sie die Person, zu lächeln
  2. Bitten Sie die Person, einen Satz zu sagen
  3. Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorn zu heben

NOTARZT SOFORT ERFORDERLICH

Folgende Ergebnisse können auf einen Schlaganfall hindeuten und ein Notarzt muss umgehend (Rufnr. 112) verständigt werden – jede Minute zählt.

SCHNELLTEST FÜR LAIEN – ERGEBNISSE

  • zu 1. Die Person hat hängende Mundwinkel
  • zu 2. Die Person hat Sprachstörungen
  • zu 3. Die Person hat Lähmungserscheinungen

Mögliche Ursachen

VERSCHIEDENE FAKTOREN ALS AUSLÖSER MÖGLICH

Ein Schlaganfall kann nicht nur ältere Menschen treffen, das Risiko wird jedoch mit zunehmendem Alter größer. Er kann durch viele Faktoren ausgelöst werden, neben Vorerkrankungen kommen auch genetische Faktoren, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, Rauchen u.a. in Betracht.

VIELE RISIKOFAKTOREN FÖRDERN ARTERIOSKLEROSE

Bei der Entstehung der Arteriosklerose lagern sich Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalze an der elastischen Arterienwand ab und lässt diese zunehmend starr und rau werden. Die angesammelten Ablagerungen wachsen an und das Gefäß verengt immer mehr. Bestandteile aus dem Blut setzen dort an, verklumpen und bilden Blutgerinsel (Thromben), die sich lösen können und dann in der Folge kleine Hirnarterien verschließen. Der Verschluß dieser Hirnarterien gilt als Auslöser.

Schlaganfall vorbeugen

GENETISCH & KRANKHEITSBEDINGTE RISIKOFAKTOREN

Auslöser für einen Schlaganfall können neben Vorerkrankungen, wie z.B. Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, Bluthochdruck oder Herzythmusstörungen auch genetisch bedingte Faktoren sein.

Ärztliche Betreuung, bedarfsweise Medikamente, Ernährungsumstellung und Bewegung, sowie Feststellung und Behandlung genetisch bedingter Faktoren, können das Schlaganfallrisiko häufig reduzieren oder einem erneuten Schlaganfall vorbeugen.

INDIVIDUELL BEEINFLUSSBARE RISIKOFAKTOREN

Auslöser kann der persönliche Lebensstil sein. Durch einen gut eingestellten Blutdruck alleine, lässt sich das Schlaganfallrisiko um 60% reduzieren. Faktoren, die das Schlaganfallrisiko verringern können:

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE des Bundes) www.gbe-bund.de

https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/bedeutung-von-obst-und-gemuese-in-der-ernaehrung-des-menschen/

Neuere Daten auf destatis.de: Publikationen im Bereich Todesursachen

Gerhard F. Hamann, Mario Siebler, Wolfgang von Scheidt: Schlaganfall: Klinik, Diagnostik, Therapie, Interdisziplinäres Handbuch. ecomed Verlagsgesellschaft, 2002

S3-Leitlinie: Schlaganfall, AWMF-Registernummer 053/011 (online: Volltext gültig bis 29. Februar 2016)

Schlaganfall: Netzwerk Heidelberg

Internetseite Robert-Koch-Institut: Schlaganfall

A. Kulshreshtha, V. Vaccarino, S. E. Judd, V. J. Howard, W. M. McClellan, P. Muntner, Y. Hong, M. M. Safford, A. Goyal, M. Cushman: Life’s Simple 7 and Risk of Incident Stroke: The Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke Study. In: Stroke. 44, 2013, S. 1909–1914, doi:10.1161/STROKEAHA.111.000352

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016