Volkskrankheit Schlaganfall

SCHLAGANFALL IST DRITTHÄUFIGSTE TODESURSACHE

Nach Informationen des statistischen Bundesamts, ist der Schlaganfall mit 11,4% nach Herzerkrankungen und Krebs die häufigste Todesursache. Zwischen 120.000 und 350.000 Bundesbürger sind jedes Jahr davon betroffen, unter ihnen befinden sich auch etwa 300 Kinder und Neugeborene.

Nach einem Schlaganfall bleibt ein Großteil der überlebenden Patienten langfristig behindert und pflegebedürftig. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderungen in Deutschland. Ein Großteil der Schlaganfälle könnte allerdings durch eine gesündere Lebensweise verhindert werden, wie verschiedene Studien zeigten. Durch Optimierung medizinischer Maßnahmen sinkt seit Jahren die Zahl der Patienten konstant, die nach einem Schlaganfall sterben und die mit schwersten Beeinträchtigungen leben müssen.

Schlaganfall ist oft die Folge eines Gefäßverschlusses

PLÖTZLICHE MINDERVERSORGUNG EINES HIRNBEREICHS

Ein Schlaganfall, auch Hirninfarkt, Apoplex oder zelebraler Insult genannt, kann auftreten, wenn Hirnbereiche plötzlich nicht mehr mit Blut versorgt werden. Es kommt zu einer schweren Durchblutungsstörung des Gehirns. In der Folge drohen die Nervenzellen abzusterben, die mit Sauerstoff und Nährstoffen unterversorgt sind, was zu folgenschweren Schädigungen der betroffenen Areale führen kann.

In bis zu 85% aller Fälle liegt die Ursache in einer Mangeldurchblutung, die einen Hirninfarkt verursacht. Nur etwa 15% aller Schlaganfälle entstehen durch Hirnblutungen. Betroffen sind hauptsächlich ältere Menschen.

Seltener sind geplatzte, eingerissene Blutgefäße verantwortlich, die durch angeborene Aneurysmen oder durch Bluthochdruck vorbestehen, sie kommen meist in mittlerem Lebensalter vor.

Folgen des Schlaganfalls kann verschiedene Körperfunktionen betreffen

BEEINTRÄCHTIGUNGEN VON UNTERSCHIEDLICHER SCHWERE

Die Folgen eines Schlaganfalls können unterschiedlich schwer sein und verschiedene Körperfunktionen betreffen. Häufig bleiben mehr oder minder schwere, halbseitige Lähmungen der Muskulatur zurück, die sich auf Gesicht, Arme und Beine erstrecken. Auch Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit sind möglich. In der Regel ist jeweils die Körperhälfte beeinträchtigt, die der geschädigten Hirnhälfte gegenüber liegt.

STÖRUNGEN DES SPRACHZENTRUMS

Eine Schädigung der linken Hirnhälfte kann zu Sprachstörungen (Aphasie) führen, die von Wortfindungsstörungen bis hin zum Verlust der Sprachfähigkeit reichen kann.

VERMINDERTE GEISTIGE FÄHIGKEITEN

Ein Schlaganfall vermindert vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum häufig die geistigen Fähigkeiten, die durch die Zerstörung der Hirnareale betroffenen sind. Es kann zu Gedächtnisdefiziten und verminderter Aufmerksamkeit kommen.

Frühwarnzeichen für Schlaganfall

ANKÜNDIGUNG DURCH VERSCHIEDENE FRÜHWARNZEICHEN

  • Plötzlicher heftiger Kopfschmerz
  • Sprachstörungen
  • Drehschwindel
  • Gangunsicherheit
  • Sehstörungen
  • Lähmungsgefühl
  • Taubheitsgefühl

Schnelltest bei Schlaganfall – jede Minute zählt

SO ERKENNEN SIE EINEN SCHLAGANFALL

Ob eine Person, die sich unvermittelt auffällig verhält, möglicherweise einen Schlaganfall erlitten hat, können Sie leicht im Schnelltest für Laien herausfinden und notfalls handeln. Je schneller medizinische Hilfe kommt, desto geringer sind die Schäden:

SCHNELLTEST FÜR LAIEN

  1. Bitten Sie die Person, zu lächeln
  2. Bitten Sie die Person, einen Satz zu sagen
  3. Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorn zu heben

NOTARZT SOFORT ERFORDERLICH

Folgende Ergebnisse können auf einen Schlaganfall hindeuten und ein Notarzt muss umgehend (Rufnr. 112) verständigt werden, jede Minute zählt.

SCHNELLTEST FÜR LAIEN – ERGEBNISSE

  • zu 1. Die Person hat hängende Mundwinkel
  • zu 2. Die Person hat Sprachstörungen
  • zu 3. Die Person hat Lähmungserscheinungen

Ursachen und Risikofaktoren für einen Schlaganfall

VERSCHIEDENE FAKTOREN ALS AUSLÖSER MÖGLICH

Ein Schlaganfall kann nicht nur ältere Menschen treffen, das Schlaganfallrisiko wird jedoch mit zunehmendem Alter größer. Er kann durch viele Faktoren ausgelöst werden:

  • Vorerkrankungen
  • genetische Faktoren
  • ungesunde Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Übermäßiger Alkoholgenuss
  • gerinnungshemmende Medikamente
  • Rauchen u.a.

VIELE RISIKOFAKTOREN FÖRDERN ARTERIOSKLEROSE UND ERHÖHEN SCHLAGANFALLRISIKO

Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist die häufigste Ursache für Hirninfarkte. Bei der Entstehung der Arteriosklerose lagern sich Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalze an der elastischen Arterienwand ab und lässt diese zunehmend starr und rau werden. Die angesammelten Ablagerungen wachsen an und das Gefäß verengt immer mehr. Bestandteile aus dem Blut setzen dort an, verklumpen und bilden Blutgerinnsel (Thromben). Diese Thromben können sich lösen und in der Folge kleine Hirnarterien verschließen. Der Verschluss dieser Hirnarterien gilt als Auslöser für den Schlaganfall.

Schlaganfall vorbeugen

GENETISCH & KRANKHEITSBEDINGTE RISIKOFAKTOREN FRÜHZEITIG ABKLÄREN

Auslöser für den Apoplex können neben Vorerkrankungen, wie z.B. Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen auch genetisch bedingte Faktoren sein. Frühzeitig festgestellt, lässt sich durch ärztliche Betreuung, bedarfsweise Medikamente, Ernährungsumstellung und Bewegung, sowie Feststellung und Behandlung genetisch bedingter Faktoren das Schlaganfallrisiko häufig reduzieren oder man kann einem erneuten Schlaganfall vorbeugen.

INDIVIDUELL BEEINFLUSSBARE RISIKOFAKTOREN

Bei vielen Menschen löst der persönliche persönliche Lebensstil den Apoplex aus. Durch einen gut eingestellten Blutdruck allein lässt sich das Schlaganfallrisiko um 60% reduzieren. Faktoren, die das Schlaganfallrisiko verringern können:

Niedrigeres Risiko für Schlaganfall durch gesunde Ernährung

UNGESUNDE ERNÄHRUNG FÖRDERT SCHLAGANFALL

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) zählt der Schlaganfall zu den ernährungsmitbedingten Volkskrankheiten.

Das Risiko kann lt. DGE durch eine gesunde, ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, sowie Nüssen und Samen deutlich reduziert werden. Nach Studienlage ist der tägliche Konsum von Obst und Gemüse in Deutschland häufig unzureichend und erhöht daher das Risiko eine Reihe von Volkskrankheiten. Mindestens 250 g Obst und 400 g Gemüse sollten täglich mindestens verzehrt werden.

Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE des Bundes) www.gbe-bund.de

https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/bedeutung-von-obst-und-gemuese-in-der-ernaehrung-des-menschen/

Neuere Daten auf destatis.de. Publikationen im Bereich Todesursachen

Gerhard F. Hamann, Mario Siebler, Wolfgang von Scheidt. Schlaganfall. Klinik, Diagnostik, Therapie, Interdisziplinäres Handbuch. ecomed Verlagsgesellschaft, 2002

S3-Leitlinie. Schlaganfall, AWMF-Registernummer 053/011 (online: Volltext gültig bis 29. Februar 2016)

Schlaganfall. Netzwerk Heidelberg

Internetseite Robert-Koch-Institut Schlaganfall

A. Kulshreshtha, V. Vaccarino, S. E. Judd, V. J. Howard, W. M. McClellan, P. Muntner, Y. Hong, M. M. Safford, A. Goyal, M. Cushman. Life’s Simple 7 and Risk of Incident Stroke: The Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke Study. In: Stroke. 44, 2013, S. 1909–1914, doi:10.1161/STROKEAHA.111.000352

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016 | aktualisiert 07/2020

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