Im Alter kommt es oft zu Nährstoffmangel

Die Seniorenernährung ist in Deutschland häufig unzureichend. Wie die letzte bundesweite Verzehrserhebung ergab, ernähren sich viele ältere Menschen nicht altersgerecht und es kommt deshalb bei zahlreichen Senioren zu deutlichen Lücken in der Nährstoffversorgung.

Eine unzureichende Ernährung führt nach Angaben von Ernährungsexperten besonders bei Senioren zu Ungleichgewichten im Körper. Dadurch wird ein schwaches Immunsystem und die Anfälligkeit für Infekte begünstigt. Zudem steigt das Risiko für ernährungsmitbedingte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz- Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Häufige Defizite in der Seniorenernährung

Der Körper stellt im Alter andere Ansprüche an die Ernährung

Ab 65 gilt man als älterer Mensch. Heute sind bereits mehr als 16,9 Millionen Deutsche älter als 65 Jahre. Wie vital sich jemand fühlt, hängt aber nicht allein vom Alter ab, sondern nebenbei auch von den Genen, der Art der Lebensweise sowie den guten oder schlechten Gewohnheiten, die bis dahin gepflegt wurden.

Doch gleichzeitig bringt das Alter verschiedene Veränderungen mit, auf die man sich durch eine altersgerechte Ernährung zwangsläufig einstellen muss.

Mögliche Veränderungen im Alter

  • Körperliche Veränderungen
  • Veränderter Energiebedarf
  • Veränderter Nährstoffbedarf
  • Veränderte Verdauung
  • Veränderte Kauleistungen
  • Verändertes Durstempfinden
  • Veränderte Wahrnehmungen

Die Ernährungsweise anpassen und professionelle Hilfe nutzen

Durch vollwertige Seniorenernährung lässt sich auch im Alter noch an Vitalität gewinnen. Ernährungswissen und die Umstellung der täglichen Ernährung auf Vollwertkost helfen dabei, sich gerade im Alter auf die veränderten Bedürfnisse des Körpers einzustellen zu können und auch möglicherweise bereits vorhandene Ungleichgewichte auszugleichen.

Ernährungsberatungen zum Thema Seniorenernährung und spezielle Kurse der Krankenkassen können Senioren bei der Ernährungsumstellung unterstützen.

Ein wichtiger Faktor ist die Anpassung der Kalorienzufuhr an den Grundbedarf

Die folgenden Informationen richten Experten an gesunde ältere Personen, die nicht auf eine besondere Diät angewiesen sind und sich zuhause selbstständig verpflegen können:

Im Focus steht es, die Kalorienzufuhr zu senken und die Nährstoffzufuhr zu erhöhen

Mit fortschreitendem Alter sinkt der Energiebedarf. Der Körper senkt in Folge der abnehmenden Bewegung seinen Grundumsatz und damit gleichzeitig seinen Kalorienbedarf. Doch der Nährstoffbedarf reduziert sich nicht. Beginnend mit dem 40. Lebensjahr kommt der Körper mit weniger Energie aus. Ab dem 55. Lebensjahr benötigt er sogar pro Lebensjahrzent ungefähr jeweils 100 kcal weniger.

Der durchschnittliche Grundumsatz für Menschen über 65 Jahre beträgt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

  • Frauen 1.170 kcal bei einem Gewicht von 55 Kilogramm
  • Männer 1.410 kcal bei einem Gewicht von 68 Kilogramm

Mit steigender körperlicher Aktivität erhöht sich der Energiebedarf. Neben nährstoffreicher Seniorenernährung wird im Alter deshalb gleichzeitig regelmäßige gesunde Bewegung empfohlen. Viele Angebote im Bereich Fitness und gesunde Bewegung sind speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse von Senioren.

Allgemeine Nährstoffempfehlungen für Senioren

Ernährungsexperten empfehlen eine angepasste Nährstoffzusammenstellung. Als ernährungswissenschaftlich optimal gilt für Senioren neben der ausreichenden Flüssigkeitszufuhr eine energiearme, aber nährstoffreiche Ernährungsweise. Die entsprechenden Nährstoff-Empfehlungen basieren auf den D-A-CH-Referenzwerten.

Danach gelten nach dem 50. Lebensjahr folgende Empfehlungen zur Zusammenstellung der täglichen Ernährung:

Täglich empfohlene Gesamtzufuhr

Kohlenhydratzufuhr weniger als 50 %

Dieses entspricht etwa 300 g an Kohlenhydraten und 30 g an Ballaststoffen. Gesunde Kohlenhydrate sind ein Bestandteil von Obst und Gemüse. Obst und Gemüse sind außerdem reich an gesunden Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Gesunde Kohlenhydrate und Ballaststoffe finden sich vor allem auch in pflanzlicher Stärke von Vollkornbrot, Getreide, Gemüse oder Kartoffeln. Es sollten nicht mehr als 30 bis 50 g der Gesamtenergie an Zucker aufgenommen werden.

Maximal 30 % Fett

Der täglich empfohlene Fettanteil beläuft sich etwa auf 40 g. Hierzu zählen auch unsichtbare Fette wie sie in Wurst, Süßigkeiten oder Fertiggerichten vorkommen. Empfehlenswert sind besonders pflanzliche Fette wie hochwertige Ölen mit vielen ungesättigten Fettsäuren. Die Verwendung von leicht verdaulichen tierischen Fette, wie Butter oder Schweineschmalz sollte mäßig sein.

Proteine: 9 bis 11 %

11 % Proteine entsprechen etwa 60 g an Eiweißen. Empfohlen wird, den Eiweißbedarf zur Hälfte aus tierischen und zur anderen Hälfte aus pflanzlichen Eiweißen mit hoher biologischer Wertigkeit zu decken. Neben magerem Fisch, Fleisch oder Geflügel sollten die Mahlzeiten aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Kartoffeln, Soja oder Getreide bestehen.

Besonders für Senioren ungeeignete Lebens- und Genussmittel

Neben zuckerhaltigen und fetthaltigen Lebensmitteln ist auch Alkohol im Alter nicht empfehlenswert, da die Fähigkeit des Körpers, den Alkohol abzubauen, im Alter nachlässt. Grund dafür ist die nachlassende Durchblutung und die herabgesetzte Speicherfähigkeit der Leber.

Die Kalziumzufuhr an die körperlichen Veränderungen anpassen

Beide Geschlechter büßen mit dem Alter unterschiedlich hohe Mengen an Calcium aus der Knochen

Wer kein Fleisch kauen kann, hat neben dem Pürieren die Möglichkeit, auf Hackfleisch oder Fisch auszuweichen. Regelmäßige zahnmedizinische Untersuchungen und/oder Behandlungen werden empfohlen.

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Salzmenge im Auge behalten

Wenn im Alter das Geschmacks- oder Geruchsempfinden nachlässt, verleitet das häufig zu erhöhtem Salzen. Zu viel Salz kann das Wasser im Körper binden, deshalb eignen sich daneben insbesondere verdauungsanregende Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Curry oder Paprika und Kräuter wie Rosmarin, Liebstöckel, Salbei, Estragon, Dill oder Thymian zum Würzen. Auch Sojasoßen, angebratene Zwiebeln und Knoblauch sind zum gesunden Würzen von Speisen geeignet und haben haben darüber hinaus noch gesundheitsfördernde Eigenschaften.

Mit Nährstoffmangel bei Problemen mit Nahrungsaufnahme richtig umgehen

Bei Gebiss- Kau- oder Schluckbeschwerden können Senioren statt frischem Obst und Gemüse alternativ frisch gepresste Säfte oder Smoothies einsetzen. Wenn Rohkost oder Obst nicht verzehrbar ist, lässt es sich entweder fein reiben oder kurz blanchieren und gegebenenfalls pürieren. Auch Kartoffeln, Gemüse und Fleisch kann man bei Bedarf entsprechend pürieren.

Verzichten müssen Senioren auch auf Vollkornprodukte nicht, sie können zu Brei verarbeitet oder in Suppen gekocht werden. Vollkornschrot lässt sich über Nacht einweichen und etwa in Aufläufen verarbeiten.

Ein Senior, der keine Milch mehr verträgt, kann wegen der besseren Verträglichkeit versuchen, auf verdauungsfördernde Probiotika oder Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Naturjoghurt oder Käseprodukte auszuweichen.

Wer kein Fleisch kauen kann, hat neben dem Pürieren die Möglichkeit, auf Hackfleisch oder Fisch auszuweichen. Regelmäßige zahnmedizinische Untersuchungen und/oder Behandlungen werden empfohlen.

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Menüdienste für Senioren | Qualität, Service, Kosten und Zuschüsse

Menüdienste für Senioren – Qualität, Service, Kosten & Zuschüsse

Ältere Menschen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind oder nicht gelernt haben sich selbst zu versorgen, haben ein hohes Risiko, das Essen zu vernachlässigen, so dass Hilfe von außen erforderlich wird.

Alternative „Essen auf Rädern“

Seniorenernährung leicht gemacht. Speziell für Senioren bieten viele Menüdienste eine gute Lösung, die seniorengerechtes Essen ins Haus liefern. Auch für Diabetiker, bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder im Bereich angereicherte Krankenkost gibt es bei vielen Menüdiensten mittlerweile eine Auswahl im Speiseplan.

Wenn das Angebot keine Rohkost oder frisches Obst enthält, sollten Senioren die tägliche Versorgung während der übrigen Mahlzeiten sicherstellen.

Finanziell bedürftige Senioren haben die Möglichkeit, einen Zuschuss zu beantragen.

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 23.01.2023
Bildquelle: ©Cottonbro Studio@pexels.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Informationen:

  • K. von Koerber, C. Leitzmann. Vollwerternährung. Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. 2004. Verlag Haug
  • Claudia Menebröker. Ernährung in der Altenpflege. 2013. Verlag Urban & Fischer
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn. 2015
  • DGE. Evidenzbasierte Leitlinie. Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten. Bonn 2011
  • DGE. Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten. Bonn 2012
  • MRI. Nationale Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht 2. Karlsruhe 2008
  • DGE. Qualitätsstandards in der Seniorenernährung

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