Ultraspurenelement

FUNKTIONEN UND EIGENSCHAFTEN VON SILIZIUM

Silizium beteiligt sich in seiner organischen Form als Kieselsäure an vielen Stoffwechselprozessen im Körper. Es bildet die Bindegewebsstrukuren der Haut und sorgt daneben für die Elastizität von Knorpeln, Sehnen und Bändern. Strukturgebend findet sich das Mineral in Haut, Haaren, Nägeln, Bindegewebe, Sehnen, Knochen und Knorpeln. Daneben ist Silizium an der Wundheilung beteiligt und unterstützt über Enzyme den Aufbau von Bindegewebe und Bindegewebsfasern. Dazu verändert es die Aktivität des Enzyms Prolyl-Hydroxylase.

Untersuchungen ergaben, dass das über die Ernährung aufgenommene Silizium in Form von Kieselsäure positive Auswirkung auf Haardicke und Hautfeuchtigkeit hat. Kieselsäure kommt auch in der chirurgischen Wundversorgung zu Einsatz. Kieselsäure in Mineralwasser und Lebensmitteln schützen den Körper vor der Anreicherung von giftigem Aluminium.

Allerdings gilt Silizium bislang nicht als essentielles Spurenelement.

WICHTIGER KÖRPERBAUSTEIN

Silizium bildet neben Sauerstoff das zweithäufigste Element der Erdkruste, im menschlichen Körper kommt es aber nur in geringen Mengen in allen Organen und Geweben vor. Als Quarz finden wir es in der Natur häufig unter dem Namen Siliciumdioxid (SiO2). Das Element ist außerdem Bestandteil vieler Edelsteine. Auch Kieselsäure besteht zu etwa einem Drittel aus dem Ultraspurenelement. Silizium ist für den menschlichen Organismus ein Mineralstoff, der normalerweise über die tägliche Nahrung aufgenommen wird.

Vorkommen

SILIZIUM IN LEBENSMITTELN

Silizium ist organisch gebunden vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln und in Trinkwasser enthalten. Grundsätzlich gilt: je mehr Nahrungsfasern ein Lebensmittel enthält, desto siliziumreicher ist es. Besonders Zwiebeln, Mais, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Reis und Hirse besitzen deshalb hohe Mengen des Elements.

Hafer (595 mg/ 100g), Hirse (500 mg/ 100g), Gerste (233 mg/ 100g), Kartoffeln (200 mg/ 100g), Weizen (158 mg/ 100g), Mais (18,9 mg/ 100g), Petersilie (13 mg/ 100g), Blumenkohl (8,7 mg/ 100g), Erdbeeren (6,0 mg/ 100g), Weintrauben (3,6 mg/ 100g), Erbsen (2,1 mg/ 100g), Birnen (1,5 mg/ 100g).

Enthalten ist das Element als Lebensmittelzusatzstoff E551 auch in Gewürzen und Gewürzmischungen. In der biologischen Landwirtschaft mischt man Siliziumdioxid als feines Pulver dem Getreide bei, um dem Kornkäferbefall vorzubeugen. Daneben findet es Verwendung in Lebensmittelprozessen wie der Bierklärung.

SYNTHETISCHES SILIZIUMDIOXID IN PRODUKTEN

Das Mineral wird in Form von synthetischem Siliziumdioxid nicht nur in Glas, Beton, Gummiartikeln, Kunststoffen, Klebstoffen, Brandgelen, Farben und Lacken verwendet, sondern auch in der Pharmazie und Kosmetikprodukten, z.B. als Putzhilfe in Zahnpasta.

Tagesbedarf und Aufnahmemenge

KEIN REFERENZWERT VORHANDEN

Für Silizium ist bislang von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) kein Referenzwert zur täglichen Aufnahme herausgegeben worden, da es sich nicht um ein essentielles Spurenelement handelt.

Bislang ist der tatsächliche Bedarf noch unbestimmt. Unterschiedlichen Schätzungen nach, benötigt der Körper täglich etwa 5 mg bis 40 mg Silizium. Von Tierversuchen abgeleitet, nimmt man eine wünschenswerte Tagesmenge von 30 mg/Tag an. Nach Schätzungen werden etwa 20 mg bis 150 mg täglich über die Nahrung aufgenommen.

ORGANISCHES SILIZIUM ZEIGT BESSERE BIOVERFÜGBARKEIT

Silizium liegt in unterschiedlichen Formen vor. Anorganisches Silizium zeigt keine gute Bioverfügbarkeit und kann deshalb vom Körper nicht besonders gut aufgenommen werden – in organischer Form als Kieselsäure ist es für den Körper jedoch deutlich besser aufzunehmen.

Sichere Höchstmenge

KEINE UNERWÜNSCHTEN NEBENWIRKUNGEN DURCH LEBENSMITTEL BEKANNT

Die sichere Höchstmenge für Silizium, die bei lebenslanger, täglicher Zufuhr aus allen Quellen keine Nebenwirkungen hervorruft liegt bei 760 mg. Diese Menge gilt für elementares Silizium und entspricht etwa einer Menge von 1500 mg Siliciumdioxid (Silica).

Folgen erhöhter Silziumzufuhr

KEINE NEBENWIRKUNGEN DURCH SILIZIUMHALTIGE LEBENSMITTEL

Aus Tierstudien leitet man ab, dass beim Menschen auch nach dauerhaft hoher oraler Siliziumaufnahme aus Lebensmitteln keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Erst eine Menge von 7,5 g (7500 mg) Siliziumdioxid pro kg Körpergewicht führte nach 21 Monaten bei Tieren zu Wachstumsstörungen.

In Verbindung mit langfristiger Einnahme von Arzneimitteln zur Neutralisierung von Magensäure (Magnesium-Trisilicat) kam es dagegen zu Nierensteinen durch das enthaltene Silizium.

Auch bei Arbeitern der Keramikindustrie, die lange und in großen Mengen siliziumhaltigen Staub eingeatmet hatten, kam es zu Erkrankungen. Sie litten etwa unter der Staublungenkrankheit (Silikose) oder auch unter Nierenerkrankungen (Nephropathie).

Speicherfähigkeit

SILZIUMRESERVEN IM KÖRPER

Der Körper eines Erwachsenen kann etwa 1,4 g Silizium speichern – hauptsächlich in Knochen und Bindegewebe.

Siliziummangel, bzw. Unterversorgung mit Silizium

WENN SILIZIUM IM KÖRPER FEHLT

Von Siliziummangel wollen Experten erst dann sprechen, wenn Silizium als essentielles Spurenelement eingestuft wird. Solange handelt es sich um eine Unterversorgung des Mineralstoffs. Die Unterversorgung kann körperliche Beschwerden verursachen. Eine Unterversorgung kann entstehen, wenn die täglich benötigte Menge über die Nahrung nicht regelmäßig zugeführt wird oder wenn die vom Körper benötigte Menge an Silizium durch das Alter, Vorerkrankungen oder veränderte Lebensumstände steigt. Beobachtet wird eine mangelhafte Siliziumversorgung auch zusammen mit einem Mangel anderer Mineralstoffe oder Vitamine auf.

LESETIPP

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Einige Wissenschaftler vermuten, dass chronische Aluminiumbelastungen die Bioverfügbarkeit von Silizium beeinträchtigen.

MÖGLICHE FOLGEN 

  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • frühzeitige Hautalterung
  • Gewebealterung
  • Osteoporose
  • Schuppung
  • Juckreiz
  • spaltförmige Einrisse der Haut

Veränderte Siliziumkonzentrationen sind bei folgenden Krankheiten bekannt:

Siliziumgaben können auch bei mangelnder Elastizität der Haut, dünnen Haaren, Haarausfall, brüchigen Nägeln und Gewebealterung empfehlenswert sein.

WIE WIRD DER SILIZIUMSTATUS FESTGESTELLT?

Ob eine ausreichende Versorgung mit Silizium besteht oder eine Unterversorgung vorliegt, kann der Hausarzt per Bluttest überprüfen. 

Mögliche Gegenmaßnahmen bei mangelhafter Siliziumversorgung

SILIZIUM IN LEBENSMITTELN UND NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN

Silizium ist im Handel in verschiedenen Formen verfügbar. Als Naturprodukt ist das Ultraspurenelement beispielsweise in Form von Schachtelhalmtee oder Brennesseltee erhältlich. Nennenswerte Anteile finden sich außerdem in Produkten aus Bambus. Daneben ist das Mineral in Form von Pflanzenextrakten oder Pflanzengelen oder auch in Tablettenform und als kieselerdehaltige Basenmischung im Handel. Silizium ist ebenso als homöopathisches Mittel erhältlich.

Seit dem 09.März 2017 gilt organisches Silizium (Monomethylsilantriol, MMST) als sichere, neuartige Lebensmittelzutat, die in Nahrungsergänzungsmitteln als Siliziumquelle und zur Bioverfügbarkeit von Orthokieselsäure verwendet werden darf.

Das flüssige Nahrungsergänzungsmittel darf für Erwachsene bis zu einer Dosis von täglich 10,40 mg in Verkehr gebracht werden.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dr. med. Michael Görz. Deutsche Apothekerzeitung. Falten von innen glätten.2015
BFR. Durchführungsbeschluss der Komission – Organisches Silicium in Nahrungsergänzungsmitteln. 2016
Committee of Toxicity. Expert Group on Vitamins and Minerals Safe Upper Levels for Vitamins and Minerals. 2003 
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015
Dr. Lothar Burgerstein et al. Burgersteins Handbuch der Nährstoffe. Verlag Haug. 11. überarbeitete und aktualisierte Auflage.2007
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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