THC-Gehalt in Lebensmitteln aus dem Ausland oft zu hoch

VORSICHT BEI HANFPRODUKTEN AUS DEM AUSLAND

Routinemäßig gibt es in Deutschland keine Kontrollen für Hanfprodukte. Gewarnt wird deshalb vor Lebensmitteln aus Hanf, die aus dem Ausland kommen. Sie enthalten nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern können die hier zulande geltenden Richtwerte für THC stark überschreiten. In höheren Dosen führt THC zu Nebenwirkungen und erzeugt einen Rausch. Überschreitungen der empfohlenen Werte gibt es mitunter bei ausländischem Tee aus Hanfblättern, Hanfölen und Proteinpulver aus Hanf.

Gehalte von THC in Hanfsamen und Hanfsamenöl

HÖCHSTE THC-WERTE IN HANFÖLEN FESTGESTELLT

In der Regel werden hanfhaltige Lebensmittel aus Hanfsamen hergestellt. Einzige Ausnahme bildet der Hanftee, der aus den Laubblättern der Hanfpflanze besteht, in denen die rauschauslösende Substanz THC natürlich enthalten ist.

Untersuchungen zeigen, dass geschälte Hanfsamen deutlich weniger THC enthalten. Bei der Kaltpressung von Hanfsamen löst sich das Delta-9-Tetrahydrocannabinol, das an der äußeren Samenschale haftet und reichert sich im Hanföl an. Während der THC-Gehalt im ungeschälten Hanfsamen zwischen 5,9-8,6 mg/kg beträgt, liegt er beim geschälten Hanfsamen lediglich zwischen 1,3-1,1 mg/kg. Nur in Hanfölen sind im Mittel erhöhte THC-Gehalte zwischen 21,3-21,4 mg/kg nachweisbar.

Aus der Schweiz meldete man Vergiftungen durch THC-haltiges Hanfsamen-Speiseöl, bei dem Überwachungsbehörden THC-Konzentrationen von bis zu 1.500 mg/kg Lebensmittel nachgewiesen hatten. Auch Stichproben von Hanfölen in Deutschland geben nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Hinweise darauf, dass besonders Hanföl, aber auch Hanfsamen und Produkte mit Hanfsamen zur THC-Aufnahme beitragen, die über der tolerierbaren Dosis liegt. Nicht bedenklich waren hingegen hanfhaltige Getränke.

Hersteller müssen Richtwerte für THC einhalten

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THC NUR BEGRENZT IN LEBENSMITTELN AUS HANF ODER HANFSAMEN ZUGELASSEN

Üblicherweise unterliegen Präparate aus Hanf mit dem rauscherzeugenden Inhaltstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) der Verschreibungspflicht. Aber seit rauschmittelarme Hanfsorten wieder erlaubt sind, sind Lebensmittel mit dem rauschfreien Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD), der außerdem in Hanfpflanzen vorkommt, schwer im Kommen.

Hanfprodukkte sind mittlerweile u.a. in Form von Hanfölen, Hanfsamenölen, Hanfproteinpulver, Hanfblättertee, Hanfbier, Süßwaren, Wursterzeugnissen, Teigwaren, Backwaren, Hanflimonade oder auch als Nahrungsergänzungsmittel mit Hanf im Handel frei erhältlich.

VORLÄUFIGE RICHTWERTE FÜR THC

Für die Einhaltung der bestehenden Richtwerte ist in der Regel allein der Importeur verantwortlich. Seit Juni 2000 stellt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) zur Orientierung für Hersteller und zur Überwachung der Lebensmittel vorläufige Richtwerte.

  • 5000 µg/kg für Speiseöle aus Hanf
  • 150 µg/kg für alle anderen Lebensmittel mit Hanf
  • 5 µg/kg für alkoholische und nicht-alkohlische Getränke mit Hanf

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legte 2015 eine akute Referenzdosis von 1 µg/kg Körpergewicht für THC fest.

Grenzwerte sind jedoch noch nicht allgemein geregelt, so dass ausländische Hanfprodukte auch teilweise höhere THC-Gehalte aufweisen.

THC-HALTIGE LEBENSMITTEL NOCH IN DER FORSCHUNG

Die vorgeschlagenen Richtwerte für hanfhaltige Lebensmittel gelten nach Angaben vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bis zur endgültigen Klärung der einzelnen dosisabhängigen Wirkungen von Delta-9-Tetrahydrocannabinol für verzehrfertige Hanfprodukte. Sie werden derzeit als sicher eingeschätzt. Die Richtwerte wurden auf der Basis von 1-2 µg/kg Körpergewicht pro Tag ermittelt. Sie gelten solange, bis die Wirkung von geringen THC-Dosen in Lebensmitteln endgültig abgeklärt ist und eine gesundheitliche Unbedenklichkeit durch laufende Forschungen sichergestellt ist.

Auch für kosmetische Produkte soll nur Hanföl eingesetzt werden, das den Richtwerten für Speiseöle entspricht.