Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin

Tuina ist die Älteste der fünf Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und umfasst verschiedene Behandlungstechniken der Manuellen Therapie. Kombiniert werden dabei Techniken und Griffe aus klassischer Massage, Chirotherapie und Akupressur. Auch Tuina wirkt ganzheitlich und fördert den Fluss der Lebensenergie Qi, die in der fernöstlichen Heilmethode eine überaus wichtige Rolle spielt.

Tuina löst bestehende Blockaden

Tuina ist eine spezielle Kombination aus Massage, Chiropraktik und Akupressur, die von speziell ausgebildeten Therapeuten durchgeführt wird. Neben Akupunktur, Arzneitherapie, Diätetik und Qi Gong bildet auch sie eine tragende Säule der fernöstlichen Heilkunst.

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Traditionelle Chinesische Medizin

Traditionell Chinesische Medizin: Verfahren und Einsatzbereiche

Obwohl Tuina im Grunde eine medizinische Massagetechnik ist, findet man sie inzwischen immer öfter auch unter den Wellnessangeboten.

Der Lehre nach löst Tuina mit der Kraft der Hände die sogenannten Blockaden im Körper, die den freien Fluss der Lebensenergie Qi entlang der Leitbahnen im Körper (Meridiane) stören. Solche Blockaden werden nicht nur mit Beschwerden und Schmerzen in Verbindung gebracht, sondern auch mit ernsthaften Erkrankungen, die sich entwickeln können, wenn Blockaden länger bestehen.

Behandlungstechnik reguliert zugleich die beiden Kräfte Yin und Yang in Körper, die durch Blockaden aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Vor allem ist Tuina eine komplexe Meridianmassage der Muskeln, die durch weitere Techniken ergänzt wird. Neben einigen, der klassischen Massage sehr ähnlichen Grifftechniken wie Drücken, Schieben, Greifen, Reiben, Pressen, Klopfen, Dehnen oder Streichen, werden durch Akupressur gezielt Akupunkturpunkte der Leitbahnen bearbeitet. Insgesamt lassen sich mehr als 300 Einzelgriffe kombinieren. Außerdem ist eine aktive und passive Mobilisation der Gelenke ein Teil der Tuinabehandlung. In der Folge regen die kombinierten Techniken in hohem Maße Durchblutung und Stoffwechselfunktionen an.

Anwendung von Tuina

Tuina hat sich nicht nur bei Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates bewährt, sondern auch vorbeugend. Eingesetzt wird es deshalb auch oft bei Verspannungen und Erschöpfung durch Stress oder starke körperliche Belastungen.

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Einsatzgebiete und Kostenübernahme bei Akupunktur

Da die Intensität jeder Tuinabehandlung ganz individuell abgestimmt wird, können somit schon Säuglinge und Kleinkinder eine Tuinamassage in sanfter Form erhalten.

Speziell für Kinder gibt es vollkommen nebenwirkungsfreie Tuinamassagen, die u.a. erfolgreich bei Infekten mit Fieber, Durchfall und Hyperaktivität zur Anwendung kommen.

Häufig zur Anwendung kommt Tuina z.B. bei:

  • Muskelschmerzen
  • Verspannungen
  • Chronischen Schmerzsyndromen
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Nervenschmerzen
  • Arthrose
  • Erschöpfung bei Stress oder starker Belastung
  • Migräne
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden …

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Tuina Massage nicht angezeigt. Kontraindikationen sind neben offenen Verletzungen auch akute Infektionen. Ebenso bei Entzündungen, Tumorerkrankungen, fortgeschrittener Osteoporose oder Funktionsschwäche von inneren Organen raten Experten von der Anwendung ab. Bei Psychosen ist das Verfahren ebenfalls nicht geeignet.

Während der Schwangerschaft haben sich verschiedene Akupressurpunkte als ungeeignet gezeigt.

Wie laufen Diagnose und Tuina Behandlung ab?

Bei einer Tuina Behandlung durch Ärzte oder Heilpraktiker mit einer Weiterbildung in TCM, geht der Tuina Behandlung eine umfassende Diagnose voraus.

Übliche Elemente der Diagnose in der Traditionellen Chinesischen Medizin sind neben der genauen Befragung (Anamnese) zu inneren und äußeren Faktoren die Pulsdiagnose und Zungendiagnose. Eine Rolle spielt für den Therapeuten dabei nicht nur die Ernährungssituation. Auch die persönlichen Lebensumstände, Stressbelastungen oder Trauersituationen können eine Rolle spielen, um mögliche Zusammenhänge zur Entstehung von Blockaden zu erkennen. Falls schon Diagnosen aus früheren Behandlungen vorliegen, beziehen Therapeuten diese ebenfalls mit ein und erstellen daraus eine individuell angepasste Behandlung.

Von Bedeutung ist für den Therapeuten außerdem, ob etwa Nerven betroffenen sind und inwiefern Bewegungseinschränkungen vorliegen. Dazu untersucht er bei der Behandlung Muskeln und Gelenke in den betreffenden Körperbereichen genau. Untersucht werden außerdem Haut und Bindegewebe auf etwaige Wärmeentwicklungen hin.

Experten unterschieden bei Tuina zwischen ableitenden und stärkenden Massagetechniken, die je nach Diagnose zur Anwendung kommen. Ableitende Massagetechniken wirken beruhigend und fördern durch langsame und sanfte Einwirkung entgegen der Meridianverläufe die Ausleitung von Stoffwechselendprodukten aus dem Körper. Dagegen wirken stärkende Massagetechniken anregend – sie werden in schnellen, kräftigen Griffen und Schlägen entlang der Leitbahnen ausgeführt.

Die Behandlung führt der Therapeut entweder im Sitzen oder im Liegen durch. Während der Sitzung kann die Position möglicherweise mehrfach gewechselt werden. Nicht immer ist eine medizinische Tuina Behandlung schmerzfrei. Je nach Diagnose raten Therapeuten mitunter zu mehreren Tuina Behandlungen.

Was kostet die Tuinabehandlung?

Dauer und Kosten einer Tuinabehandlung können sich abhängig vom Anbieter deutlich unterscheiden. Üblich sind Preise zwischen 20 und 70 Euro pro Behandlung. Das Erstgespräch ist zeitintensiver als die einzelne Tuina Behandlung und kostet in der Regel etwa für 90 Minuten zwischen 80 und 120 Euro.

Die Kosten für die Tuina Behandlung übernehmen private Krankenkassen und Krankenzusatzversicherer je nach dem abgeschlossenen Tarif.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Tuina Behandlung in der Regel nicht, sie sind vom Versicherten selbst zu tragen, sofern keine Krankenzusatzversicherung besteht.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 27.09.2022

Quellen und weiterführende Informationen:

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