Häufigkeit

JEDER ZWEITE ERWACHSENE IST ÜBERGEWICHTIG 

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2013 sind insgesamt 52% der erwachsenen Bevölkerung von Übergewicht betroffen. Männer sind dabei mit einem Anteil von 62% insgesamt häufiger betroffen als Frauen. Der Anteil der Übergewichtigen steigt mit dem Alter. Am häufigsten sind Männer im Alter zwischen 60 bis 69 Jahre und Frauen in der Altersgruppe der 70 bis 79 Jährigen betroffen. Mit steigender Bildung sinkt besonders bei Frauen der Anteil der Übergewichtigen.

Erhebungen der Kiggs-Studie ergaben, dass rund 15% der Kinder und Jugendlichen unter Übergewicht leiden. Seit 1980 hat sich dieser Anteil um die Hälfte erhöht. Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind häufiger betroffen.

Definition und Beschreibung

BEI ÜBERGEWICHT ZÄHLT VERHÄLTNISS ZWISCHEN GEWICHT UND GRÖSSE

Als übergewichtig gilt, wer im Verhältnis zur Körpergröße ein hohes Körpergewicht aufweist. Dabei gibt der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) Auskunft darüber, wer übergewichtig ist oder bereits an Adipositas leidet. Als übergewichtig gelten nach Tabelle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Personen, die bei einem BMI zwischen 25-30 eingestuft werden. Der aktuelle BMI lässt sich leicht selbst ermitteln.

Ursachen

LEBENSVERHÄLTNISSE SIND OFT ENTSCHEIDEND

Übergewicht tritt häufig in industriealisierten Ländern auf, in denen fett- und zuckerreiche Ernährungsweisen und Bewegungsmangel zur Gewohnheit werden. Fertiggerichte, Fastfood, Kuchen, Süßigkeiten, Alkohol und gesüßte Getränke sind angesagt und günstig und treffen außerdem den Geschmack vieler Menschen. Zu jeder Tageszeit sind sie häufig schon beim kleinen Hunger oder Durst bequem erreichbar und werden unbedacht konsumiert.

Bei Übergewichtigen ist häufig die Energiebilanz nicht ausgeglichen, denn es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbrannt.

Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Übergewicht in einigen Fällen genetisch bedingt sein kann, denn nach Ergebnissen der Kiggs-Studie haben Kinder von übergewichtigen Eltern das größte Risiko, selbst übergewichtig zu werden. Auch Kinder mit hohem Geburtsgewicht oder Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht haben, scheinen besonders gefährdet.

Von entscheidendem Einfluss bei der Entstehung, ist neben den persönlichen Lebensverhältnissen auch das persönliche Essverhalten. Als mögliche Ursachen gelten:

  • Überernährung
  • Bewegungsmangel
  • Essstörungen infolge psychologischer Faktoren
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Häufige Diäten mit Jojo-Effekt
  • Geringer Konsum an Vollkornprodukten, Obst und Gemüse
  • Übermäßiger Konsum von Fertigprodukten, Fastfood & Co.
  • Übermäßiger Konsum von Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken und Alkohol
  • Medikamentöse Nebenwirkungen z.B. bei Kortison, Psychopharmaka
  • Stoffwechselstörungen
  • Schlafmangel

VIEL FRUCHTZUCKER FÖRDERT ÜBERGEWICHT

Forscher haben ermittelt, dass Fructose (Fruchtzucker) viel schneller zu Körperfett umgewandelt wird als Glucose (Traubenzucker). In süßen Lebensmitteln und Getränken sind häufig hohe Mengen an Fructose enthalten, die leicht zu Übergewicht führen können, wenn sie regelmäßig bei gleichzeitigem Bewegungsmangel konsumiert werden.

Verlauf

ÜBERGEWICHT KANN FOLGEN HABEN

Auch für Kinder kann nach Erkenntnissen der Kiggs-Studie das Übergewicht bereits mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein und gesundheitlichen Risiken im Alter Vorschub leisten. Erste mögliche Folgen sind beispielsweise:

Weitere mögliche Auswirkungen

Es ist derzeit wissenschaftlich nicht gesichert, dass Übergewichtige automatisch krank sind, dennoch besteht bei Ihnen ein erhöhtes Risiko, adipös zu werden, denn Übergewicht bildet eine Vorstufe von Adipositas. Adipositas gilt als behandlungsbedürftige Krankheit und ist mit großen Gesundheitsrisiken verbunden.

Mögliche Maßnahmen

POLITISCHE MASSNAHMEN

Mit dem Ziel, Übergewicht und Adipositas in Deutschland zu bekämpfen, verabschiedete das Bundeskabinett 2008 einen nationalen Aktionsplan namens IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Die Laufzeit ist bis zum Jahr 2020 festgesetzt.

MÖGLICHE MASSNAHMEN FÜR BETROFFENE

Vor Beginn einer Massnahme wird empfohlen, sich ausreichend über mögliche Nebenwirkungen und Risiken zu informieren. Massnahmen zur gesunden Bewegung, Ernährungsumstellung und Diäten werden nach Maßgabe von den gesetzlichen Krankenkassen finanziell unterstützt. Erfahren Sie mehr unter Krankenkassenzuschuss

Möglichkeiten zur Reduktion von Übergewicht

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de

Robert-Koch-Institut: http://www.kiggs-studie.de/

WHO Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894, Genf 2000

Neuer Zusammenhang zwischen Fructose-Konsum und Gewichtszunahme entdeckt. Auf: dife.de (Deutsches Institut für Ernährungsforschung)

https://www.in-form.de/buergerportal/start.html

Herold, G. Innere Medizin 2011

Gene, die dick machen: Warum manche Menschen immer Hunger haben. 29. April 2008 Auf: WDR.de

Bildquelle im Impressum
Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 10/2016