Die Menstruation trägt nicht umsonst auch den Namen Monatsblutung: Etwa alle 28 Tage kommt es bei gebärfähigen Frauen zur mehrtägigen Blutung, die durch das Abstoßen von Gebärmutterschleimhaut entsteht. Der Körper reagiert auf diese Weise auf die Tatsache, dass in diesem Zyklus keine Schwangerschaft besteht. Nicht immer tritt die Periode aber wirklich regelmäßig auf: Woran liegt es, wenn sie ausbleibt, und wann sollten Frauen damit zum Arzt gehen?

Diese Faktoren können ein Ausbleiben der Regelblutung hervorrufen

Im Durchschnitt hat jede Frau etwa alle 28 Tage ihre Menstruation. Leichte Schwankungen im Zyklus sind durchaus normal und stellen keinen Grund zur Sorge dar. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum sich die Periode verschieben oder auch ausbleiben kann. Dies wird in der Fachsprache Amenorrhoe genannt.

Dazu gehören zunächst einmal hormonelle Umstellungen, wie sie im Rahmen der Pubertät oder auch in den Wechseljahren stattfinden. In der Menopause etwa wird im Körper weniger Östrogen und dafür mehr Testosteron gebildet. Dies führt dazu, dass die Menstruation nicht mehr regelmäßig auftritt. Stattdessen kommt es zu Schwankungen und letztendlich zum vollständigen Ausbleiben der Periode. Damit endet auch die Fruchtbarkeit der Frau. Die Menopause beginnt meist zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr und dauert einige Jahre an.

Weitere Symptome der Menopause sind Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Haarausfall, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Treten im genannten Alter Unregelmäßigkeiten in der Monatsblutung auf, deutet alles auf den Beginn der Wechseljahre hin.

Weitere Gründe für das Ausbleiben der Periode können beispielsweise bestimmte Medikamente sein, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Hormonpräparate handeln; auch andere Wirkstoffe können Einfluss auf die Hormonkonzentration nehmen.

Starker Stress im Beruf und/oder im Privatleben kann ebenfalls dazu führen, dass sich die Menstruation verschiebt. Entsprechend müssen sowohl psychische als auch physische Faktoren beachtet werden, wenn es um die Frage geht, was genau die Beschwerden verursacht.

Wann ist ein Arztbesuch bei ausbleibender Regelblutung anzuraten?

Grundsätzlich gilt: Kommt es auf einmal zu Verschiebungen oder einem Ausbleiben der Menstruation, ist dies ein Zeichen dafür, dass im Körper etwas vorgeht.

Dazu kann auch eine Schwangerschaft gehören, während der die Periode naturgemäß ausbleibt, da eine Befruchtung stattgefunden hat und in der Gebärmutter ein Kind heranwächst. Nicht immer ist jedoch direkt zu erkennen, was zu den Unregelmäßigkeiten führt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, einen Gynäkologen aufzusuchen und diesem die Probleme zu schildern.

Mithilfe einer umfassenden Untersuchung kann dieser unter anderem ausschließen, dass eine ernsthafte Erkrankung für die ausbleibende Menstruation verantwortlich ist. Bei einem Gespräch mit dem Mediziner sollten Betroffene alle Veränderungen in ihrem Leben schildern: Neue Medikamente, ein neuer Job oder Stress in der Partnerschaft müssen als potenzielle Auslöser für die Beschwerden in Betracht gezogen werden.

Abhilfe schafft etwa ein Abändern der Medikation oder ein Reduzieren des Stresslevels. Letzteres lässt sich durch Achtsamkeitsübungen und Meditationen wie etwa die Progressive Muskelentspannung (PME) erreichen, aber auch durch das Delegieren von Aufgaben und das bewusste Nehmen von Auszeiten. Mediziner raten dazu, bei plötzlich auftretenden Verschiebungen der Monatsblutung oder einem vollständigen Ausbleiben, das länger als einen oder maximal zwei Zyklen andauert, einen Arzt aufzusuchen und die genauen Ursachen abklären zu lassen.

Autor: Marie Reichert
Datum: 17.11.2022

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Quellen und weiterführende Links:

  • Prof. Dr. med. Vanadin Seifert-Klauss. Was ist die Menopause? Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. 12.11.2019
  • Morenutrition. Amenorrhoe: Das Ausbleiben der Regelblutung
  • Medi. Was ist ein Gynäkologe?