Zulauf bei alternativen Ernährungsformen

WACHSENDES INTERESSE AN ALTERNATIVEN ERNÄHRUNGSFORMEN

Nach wie vor wird ein wachsendes Interesse an alternativen Ernährungsformen verzeichnet. Es gibt immer mehr Veganer und Vegetarier. Ein Grund dafür ist die Suche nach neuen Möglichkeiten im Umgang mit Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen, ein anderer der Wunsch vorzubeugen. Oft lösen auch negative Schlagzeilen den Wunsch nach Veränderung aus, wenn es um Lebensmittelskandale, gentechnisch veränderte Lebensmittel, Schadstoffbelastungen in Lebensmitteln oder Berichte über skandalöse Zustände in der Nutztierhaltung geht. Für viele Menschen ist es wichtig geworden, durch ihre Ernährung einen Beitrag zum Schutz der Natur, der Tiere und der Umwelt zu leisten und sie verzichten deshalb auf Fleisch und/oder tierische Produkte. Neue Märkte wie Superfruits, biologischer Anbau oder Fair Trade boomen.

VEGETARISCHE ERNÄHRUNGSFORM HAT URALTE WURZELN

Nach Schätzungen gibt es heute ungefähr schon drei Millionen Vegetarier in Deutschland – das sind etwa 3,5% der Bevölkerung. Jeder zwölfte Vegetarier ernährt sich dabei vegan. Die meisten von ihnen ernähren sich vegetarisch oder überwiegend vegetarisch, das heißt, sie essen neben Milchprodukten, Eiern und pflanzlichen Lebensmittel nur geringe Mengen an Fleisch und Fisch.

Die Wurzeln des frühen Vegetarismus sind religiös und esoterisch begründet und lassen sich bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück verfolgen. Danach lehnte man strikt Produkte vom toten Tier ab, während Produkte vom lebenden Tier in den Speiseplan gehörten. Die Menschen aßen demnach weder Fleisch, Wurst noch Fisch, nahmen aber tierische Lebensmittel wie Milch, Honig und Eier auf.

VERSCHIEDENE FORMEN ALTERNATIVER ERNÄHRUNG

Gemeinsam ist allen Formen, dass keine Produkte vom getöteten Tier verspeist werden. Ansonsten unterscheidet man folgende Formen:

Ovo-Lakto-Vegetarier

Ovo-Lakto-Vegetarier verzehren Milchprodukte, pflanzliche Kost und Eier, da in ihnen kein lebender Organismus enthalten ist

Lakto-Vegetarier

Lakto-Vegetarier verzehren Milchprodukte und pflanzliche Kost.

Veganer

Veganer verzehren ausschließlich pflanzliche Kost und verzichten darüberhinaus häufig in allen anderen Lebensbereichen auf Produkte tierischer Herkunft, manchmal sogar auf Haustiere. Mittlerweile haben sich viele abgewandelte Richtungen aus dem Veganismus heraus gestaltet, wie z.B. die Frutarier. Frutarier verzehren ausschließlich Früchte oder Samen, die die Pflanze durch die Ernte nicht beschädigen.

VORTEILE DER VEGETARISCHEN ERNÄHRUNGSWEISE

Sofern die vegetarische Ernährungsweise ausgewogen an langkettigen Kohlenhydraten, Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen ist, kann sie gesundheitliche Vorteile schaffen. Viele Vegetarier gelangen durch ihre Einstellung zur gesunden Lebensweise in den zusätzlichen Vorteil, geringere Mengen an Nikotin und Alkohol aufzunehmen, die bekanntermaßen erhebliche Risikofaktoren für eine Vielzahl von Krankheiten darstellen.

VEGANE ERNÄHRUNG ERFORDERT ERNÄHRUNGSWISSEN

Wer sich dauerhaft vegan ernähren will, sollte sich nicht ohne umfangreiches Ernährungswissen dazu entschließen. Mittlerweile gibt es viele ersatzweise Lebensmittel, die den Verzicht auf Fleischprodukte leichter machen und gleichzeitig einige gesunde Nährstoffe enthalten. Zwar können auch Menschen, die täglich Tierprodukte verzehren durch einseitige Ernährung unter Nährstoffmängeln leiden, dennoch sollte ein Veganer seine Nahrung täglich sorgfältig zusammen stellen, um Nährstoffmängeln vorzubeugen, die sonst längerfristig gesundheitliche Probleme bereiten können.

Die Wahrscheinlichkeit eines Nährstoffmangels wird größer, je weiter die Auswahl der Lebensmittel eingeschränkt ist. Bei der veganen Ernährungsform besteht im Gegensatz zur ausgewogenen ovo-lakto-vegetarischen Ernährung die Gefahr der Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie beispielsweise Proteinen, einigen Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin D und den Mineralstoffen  Jod, Zink, Kalzium, Selen und Eisen, die vielfach und zudem für den Körper in besser verfügbarer Qualität in tierischen Produkten enthalten sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät Veganern unbedingt zu einer qualifizierten Ernährungsberatung und zur dauerhaften Einnahme von Präparaten, die die Versorgung mit Vitamin B12 sicherstellen.

Auch ausländische Fachverbände raten Schwangeren und Stillenden die vegane Ernährung  nur mit entspechendem Ernährungswissen und Unterstützung von Nahrungsergänzungsmitteln.

Für Säuglinge, Kinder und Kleinkinder wird von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) derzeit generell von einer veganen Ernährung abgeraten – ausländische Fachverbände halten dagegen. MEHR INFO UNTER: Vegetarische Ernährung in Schwangerschaft & Stillzeit

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016

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