Nährstoffzufuhr sicherstellen mit Vollkost

VOLLWERTERNÄHRUNG LIEFERT MEHR ALS LEBENSNOTWENDIGE NÄHRSTOFFE 

Die Vollkost (Vollwertkost) ist eine ausgewogene Vollwerternährung mit üblichen Nahrungsmitteln. Sie versorgt einen gesunden Menschen altersgemäß mit allen notwendigen Mengen an Nährstoffen. Bei der Vollkost werden oft auch soziale und ökologische Bedingungen berücksichtigt, die in Verbindung mit Nahrungsmitteln und ihrer Produktion stehen. Dazu zählen etwa Nahrungsmittel aus dem Fair-Trade-Handel oder biologisch erzeugte Produkte.

Vollkost ist die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfohlene Normalkost für den Durchschnittsbürger, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Die Ernährungsform besteht aus 7 Lebensmittelgruppen, die täglich in entsprechender Menge kombiniert werden sollen, um dem Körper alle lebensnotwendigen Nährstoffe zu liefern, die für ein gesundes Wachstum und gesunde Stoffwechselprozesse nötig sind. Eine Ernährung mit vollwertigen Lebensmitteln sichert langfristig Vitalität und Leistungsfähigkeit.

RICHTLINIEN FÜR DIE VOLLKOST

  • Deckung des Bedarfs an essentiellen Nährstoffen
  • Berücksichtigung des Energiegehalts
  • Berücksichtigung ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse zum Zweck der Gesundheitsvorsorge
  • Zusammensetzung ist üblichen Ernährungsgewohnheiten angepasst

VITALSTOFFREICHE VOLLWERTKOST -BRUKER – KOLLATH – BIRCHER-BRENNER

Die “ Vitalstoffreiche Vollwertkost“, die der Arzt Max Otto Bruker nach Lehren von Werner Kollath und Maximilian Bircher-Brenner unter dem Begriff verbreitete, ist aus medizinischer Sicht in der Kritik, weil diese Vollwertkost nicht im Einklang mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen steht und den Ernährungsempfehlungen nicht genügt. Die Ernährungsempfehlungen der Vollwertkost nach Bruker lehnen verarbeitete Lebensmittel ab und schließen auch den Verzicht auf gepresste Fruchtsäfte, Fleisch, Fisch und Eier ein.

FALSCHE LEBENSMITTELAUSWAHL KANN LANGFRISTIG FOLGEN HABEN

Ernährung ist ein ganz individuelles Thema für jeden Einzelnen, das deutlich von persönlichen Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten geprägt ist.

Wenn dabei häufig Fertiggerichte, Weißmehlprodukte und gesüßte Getränke den Speiseplan bestimmen, besteht ein hohes Risiko, dass es im Laufe der Zeit zu Übergewicht, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ernährungsmitbedingten Krankheiten kommt.

Ernährungswissenschaftlich gesichert ist, dass der Körper je nach Alter und Leistungsstand täglich bestimmte Mengen an Energie (Kalorien) benötigt und gleichermaßen auf bestimmte Mengen verschiedener Nährstoffgruppen aus der Nahrung angewiesen ist.

Ein Körper, der dauerhaft über eine fett- und zuckerreiche Ernährung zwar genug Kalorien aber zuwenig Nährstoffe bekommt, trägt ein erhöhtes Risiko für Überernährung.

Er verbraucht zunächst die vorhandenen Reserven, bevor erste Stoffwechselvorgänge beeinträchtigt werden und sich erste Symptome bemerkbar machen.

Überernährung - Wenn Nährstoffe fehlen

> Mehr erfahren

Überernährung - Was ist das?

Erfahren Sie mehr zum Thema Überernährung. Welche Lebensmittel Sie meiden sollten.

> Zum Bericht

Nährstoffmangel

Nährstoffmangel erkennen und beheben

> Mehr erfahren

Nährstoffmangel

Erfahren Sie, was ein Nährstoffmangel ist und wie sie ihn erkennen und beheben können.

> Zum Bericht

Ungesunde Ernährung ist riskant

DAS GROSSE RISIKO UNGESUNDER ERNÄHRUNG

Nicht selten ist fehlendes Ernährungswissen daran beteiligt, wenn Menschen wesentlich an Leistungsfähigkeit verlieren oder übergewichtig werden. Auch viele Kinder sind schon von den Folgen betroffen, wie repräsentative Umfragen ergeben haben.

Besonders allein lebende, ältere und kranke Menschen können ebenfalls schnell in Situationen geraten, in denen sie sich selbst nur noch mangelhaft ernähren und auf fremde Hilfe in irgendeiner Form angewiesen sind.

Viele ältere Menschen leiden nach den Ergebnissen der jüngsten Verzehrsstudie unter Nährstoffmängeln.

DGE schafft Kriterien für gesunde Ernährung

Um Menschen in Deutschland die gesunde Ernährung näher zu bringen, setzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und das Bürgerportal InForm ein, das auf eine Initiative der Bundesregierung zurück geht.

Zusammen mit den Fachgesellschaften aus Österreich und der Schweiz legt die DGE Kriterien für gesunde Ernährung fest.

Der Ernährungskreis und die 10 Regeln der DGE beinhalten allgemein gültige Empfehlungen zur vollwertigen Ernährung für gesunde Personen.

Vollwertkost DGE-Ernährungs-Empfehlung

> Mehr erfahren

Welche Empfehlungen gelten für Gesunde Ernährung?

Erfahren Sie, welche Lebensmittel Sie regelmäßig in Ihren Speiseplan aufnehmen sollten.

> Zum Bericht

Elemente der Vollkost

VOLLKOST BEDEUTET VOLLWERTIG, AUSGEWOGEN UND ABWECHSLUNGSREICH GENIESSEN

In Deutschland gilt aus ernährungsmedizinischen Gesichtspunkten die Vollkost als die Ernährungsform, die allen körperlichen Stoffwechselvorgängen in der Regel die entsprechende Grundlage liefert.

Eine Vollkost besteht rein aus natürlichen Lebensmitteln mit gesunden Ballaststoffen, die frisch und abwechslungsreich  kombiniert werden.

Sie bildet auch die Grundlage für die Speisepläne in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern. Neben leichter Vollkost, die oft im Krankheitsfall Anwendung findet, dient die Vollwertkost gleichzeitig in der allgemeinen Ernährungsberatung als Grundlage.

Frisches Obst und Gemüse gilt als natürlicher Lieferant wertvoller VitamineMineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe. Zusammen mit anderen  vollwertigen ballaststoffreichen Lebensmitteln, wie Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Milchprodukten, nimmt es einen festen Platz ein.

Die Vollwerternährung sieht außerdem vor, dass Lebensmittel schonend und mit wenig Wasser und Fett zubereitet werden sollen, um möglichst viele Nährstoffe zu erhalten. Etwa die Hälfte der Nahrungsmenge sollte unerhitzt und frisch verzehrt werden.

Auch die notwendige Flüssigkeitszufuhr findet je nach Alter Berücksichtigung.

VOLLKOST KENNT KEINE VERBOTE 

Bei dieser Ernährungsform ist nichts verboten, dennoch gibt es Lebensmittelgruppen, die nur in Maßen den Speiseplan ausfüllen sollten und weniger empfehlenswert sind. Dazu zählen auch tierische Lebensmittel.

Nur in Maßen verzehren

Als wenig empfehlenswert gelten im Rahmen der Vollkosternährung stark verarbeitete Lebensmittel, die nur selten verzehrt werden sollten.

Nur selten konsumieren

  • Fertiggerichte
  • H-Milch
  • Konserven
  • Weißmehlerzeugnisse
  • Weißer Reis
  • Fruchtnektar

Als nicht empfehlenswert werden stark verarbeitete Lebensmittel eingestuft, die möglichst gemieden werden sollen.

Nicht empfehlenswerte Lebensmittel und Zusatzstoffe

Ernährungswissen kann vorbeugen

ERNÄHRUNGSWISSEN KANN VOR NÄHRSTOFFMANGEL SCHÜTZEN

Bereits bei leichten Mangelanzeichen, die keine anderen Ursachen haben, könnte eine unausgewogene Ernährung der Auslöser sein. Schwerer Nährstoffmangel wie Skorbut oder Rachitis tritt in Industrienationen heute nur selten auf, auch dann nicht, wenn die Ernährung nicht ganz ausgewogen ist.

Leichter Nährstoffmangel kommt nach Ausführungen der Forscher dagegen jedoch nicht selten in Industrienationen vor. Er tritt vorwiegend bei Menschen auf, die sich einseitig und vitaminarm ernähren und die dazu einen erhöhten Vitaminbedarf haben. Ein erhöhter Vitaminbedarf entsteht z.B. bei Stress, im Alter, Krankheiten, schwerer körperlicher Anstrengung oder durch Rauchen. Neben anderen Faktoren kann ein Mangel an Antioxidantien (Provitamin A, Vitamin C, Vitamin E) die Entstehung bestimmter Krankheiten entsprechend  begünstigen.

BEI NÄHRSTOFFMÄNGELN SOLLTE ERNÄHRUNG UMGESTELLT WERDEN

Ratsam ist dann, seine Ernährung zu überprüfen und gegebenenfalls umzustellen. Dabei sollten regelmäßig Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden, die auch die fehlenden Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten. Bei der Überprüfung der persönlichen Ernährungssituation kann eine Ernährungsberatung hilfreich sein, die anhand der persönlichen Lebensumstände und Vorlieben im Anschluss eine individuelle Ernährung gestaltet, die sich in den persönlichen Alltag integrieren lässt und bei der auch der Genuss nicht zu kurz kommt.

Nach Aussagen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) messen viele Deutsche der Ernährung zu wenig Bedeutung bei, denn es wurde festgestellt, dass hier zulande nicht genügend Gemüse und Obst verzehrt wird. Die Auswertung von Studien bestätigt, dass ein hoher Konsum von Gemüse und Obst den Gesundheitsstatus verbessert und unter anderem das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich senken kann.

BEI LEBENSMITTELN AUF UMWELTVERTRÄGLICHKEIT UND FAIR TRADE ACHTEN

Ernährungswissenschaftler betonen, dass neben der gesundheitsverträglichen Nahrung, die so natürlich wie möglich sein soll, auch die soziale und umweltgerechte Verträglichkeit zu berücksichtigen ist. Demnach kommt Lebensmitteln, die biologisch und/oder im Fairen Handel  (Fair Trade) produziert werden, ein höherer Stellenwert zu. Genauso wird empfohlen, überflüssige Verpackungen zu vermeiden werden. Auf jeden Fall sind regionale Erzeugnisse und saisonale Angebote bei der Auswahl zu bevorzugen. Und auch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung ist zu bevorzugen.

Auch Sport & Stressmanagement bilden Säulen der Gesundheit

GESUNDE ERNÄHRUNG REICHT ALLEIN NICHT AUS

Eine gesunde Ernährung reicht dem Körper allein nicht aus, um dauerhaft fit und vital zu sein. Deshalb ist neben einem zuverlässigen Stressmanagement zugleich die regelmäßige Bewegung von Bedeutung. So können alle wertvollen Nährstoffe über den angeregten Blutkreislauf in sämtliche Körperregionen befördert werden, in denen sie dringend benötigt werden. Außerdem helfen gesunde Bewegung und Sport dabei, Stress abzubauen.

Was gilt bei Unverträglichkeiten oder Abneigungen?

KOMMENTAR DES AUTORS:

ALLGEMEINE ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNG IST NICHT FÜR JEDEN GEEIGNET

Jeder Mensch bleibt so individuell wie sein Fingerabdruck oder seine DNA. Aus diesem Grunde ist es durchaus möglich, dass die allgemeingültige Ernährungsempfehlung zur Vollwertkost nicht zu Jedem passt.

Denn sobald Abneigungen gegen regelmäßig empfohlene Lebensmittel vorliegen oder der Körper mit Unverträglichkeiten auf empfohlene Lebensmittel reagiert, ist eine Empfehlung kaum langfristig in den persönlichen Alltag zu integrieren. Zum Beispiel kann eine ballaststoffreiche Ernährung nicht erfolgreich sein, wenn jemand auf Ballaststoffe auch nach einer Gewöhnungsphase vermehrt mit Blähungen oder Verstopfung reagiert.

Auch Veganer und Vegetarier kommen mit tierischen Bestandteilen im Speiseplan der Vollwertkost kaum zurecht. Ihnen wird zu einer Unterstützung durch Nahrungsergänzungmittel geraten, um Nährstoffdefizite gezielt auszugleichen.

Wer ein derartiges Handicap hat, sollte nach gesunden Alternativen suchen, mit denen sich das angestrebte Ziel weitestgehend erreichen lässt. Wichtig ist, dass man die Ernährungsweise, bzw. die Lebensmittel findet, die alle Nährstoffe bieten, gut verträglich sind und zu einem passen. Bei der Lösung dieser Probleme kann eine individuelle Ernährungsberatung hilfreich sein, die nach Maßgabe der Krankenkassen gefördert wird.

Daneben erfordern einige ernährungsmitbedingte Erkrankungen und Beschwerden eine spezielle Diät oder Ernährungsumstellung, die individuell durch einen Diätassistenten oder Ernährungstherapeuten in Absprache mit dem behandelnden Arzt an das Krankheitsbild angepasst wird. Auch für solche Personen sind allgemein gültige Ernährungsempfehlungen zur Vollwertkost nur dann geeignet, wenn diese Ernährungsform therapeutisch empfohlen wird.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

http://www.mri.bund.de/NationaleVerzehrsstudie

http://jech.bmj.com/content/68/9/856

http://www.dkfz.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/ernaerepi/EPIC_P05_Ergebnisse.html

http://www.who.int/dietphysicalactivity/publications/fruit_vegetables_report.pdf

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf – Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischher Krankheiten

S. Pater. Dr. med. Max Otto Bruker – Der Gesundheitsarzt. Retap. Bonn 2001.

Prof. Dr. med. Heinz-Konrad Biesalski: Vitamine. Aktiver Gesundheitsschutz. Bedarf-Mangel-Risiko. Verlag Trias
Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015

Burgerstein, Dr. Lothar, Zimmermann, Michael B. et al.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. 2007. Haug Verlag

Bürgerportal In Form unter www.in-form.de

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 01/2018

Suche