Übernimmt die Krankenversicherung bei Krebs alle Kosten?

Die Diagnose Krebs reißt ein tiefes Loch in die Lebensplanung. Das geht nicht nur denen so, die vom Krebs betroffen sind, sondern auch den Angehörigen. Zunächst breiten sich Schock und Entsetzen aus, doch dann kommt der nächste Gedanke: Wie geht es jetzt weiter und wie soll das alles bezahlt werden? Greift die Krankenversicherung?

Natürlich ist jeder Krebsfall individuell. Gutartige Tumore sind vielleicht mit einer einfachen Operation zu klären, in anderen Fällen wird Chemotherapie und mehr notwendig. Leider sorgen Umwelteinflüsse und Lebensstile dafür, dass Krebs weiterhin sehr präsent ist – in all seinen Formen. Ist die Sorge also berechtigt und müssen sich alle Menschen die Frage nach den Finanzen im Krebsfall stellen?

Geld ist selten der allererste Gedanke nach einer Diagnose. Wut, Angst, Verzweiflung sind lange vor der Geldnot dran. Aber so dramatisch eine Diagnose ist, so trocken wird anschließend der Alltag. Bürokratie und Haushaltsplanung machen keinen Halt vor Krebs, ganz im Gegenteil.

Oftmals fällt man mindestens für die Zeit der Behandlung aus – oder aber wird vollständig berufsunfähig. Manchmal ist die Krankenkasse auch nicht gewillt, alle Kosten zu übernehmen. Häufig zahlt sie auch nur bestimmte Therapieverfahren. In solchen Fällen kann eine Krebsversicherung einspringen. Um für sich herauszufinden, ob dieser Versicherungsschutz eine sinnvolle Lösung ist, sollte man sich mit den Vor- und Nachteilen vertraut machen.

Was ist eine Krebsversicherung?

Die Krebsversicherung ist genau das, was der Name vermuten lässt: Eine Versicherung, die greift, wenn man eine Krebsdiagnose erhält. Es gibt verschiedene Unternehmen, die ​diese Versicherung anbieten. Diese unterscheiden sich teils gravierend, sodass ein Vergleich der einzelnen Leistungen dringend anzuraten ist.

In den meisten Fällen wird dem Versicherungsnehmer nach der Diagnose je nach Vereinbarung bis zu 100.000 Euro zur freien Verfügung gestellt. Diese können genutzt werden, um Zusatzbehandlungen, Therapien oder Medikamente zu finanzieren, die von der Krankenversicherung nicht gedeckt werden. Außerdem können damit Ausfälle im Haushaltseinkommen ausgeglichen werden, da selbst bei weniger aggressiven Krebsarten häufig ein normaler Arbeitsalltag nicht mehr zu realisieren ist.

Es gibt allerdings auch Krebsversicherungen, die nach der Diagnose eine Art monatliche Rente zahlen. Diese Variante ist nicht zu empfehlen, da die Lebenserwartung im Einzelfall auch sehr gering ausfallen kann. Hier könnte man ggf. zusätzlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Eine richtig gute Krebsversicherung, die sich auch lohnt, deckt außerdem Vorsorgeuntersuchungen und möglichst viele Krebsarten ab. Eine umfangreiche Beratung ist hier wichtig. Dann kann eine Krebsversicherung nicht nur im Notfall helfen, sondern ist schon bei der Prävention wertvoll.

Die Vorteile einer Krebsversicherung

Der erste Vorteil einer Krebsversicherung liegt auf der Hand: die finanzielle Entlastung in einem der schwersten Momente des Lebens. Denn neben der psychischen und körperlichen Belastung einer Diagnose müssen noch etliche bürokratische und finanzielle Hindernisse überwunden werden. In einer solchen Situation abgesichert zu sein, ist sehr wertvoll.

Außerdem ist Krebs unglaublich tückisch. Das bedeutet, dass es kein Allheilmittel gibt. Stattdessen müssen Therapien oftmals auf den Patienten abgestimmt werden und auch ungewöhnliche Wege gegangen werden. Das Problem dabei ist, dass die meisten Krankenversicherungen nur konventionelle Behandlungsmethoden abdecken. Es kann niederschmetternd sein, wenn es eine alternative Behandlungsmethode gäbe, diese aber nicht abgedeckt wird. Dann muss nämlich alles aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

Auch die Nachsorge ist nur unter bestimmten Umständen gedeckt – da hilft die Krebsversicherung sehr. Denn Krebs endet selten von einen Tag auf den anderen. Oftmals müssen Therapien fortgeführt werden, um wieder ein normales Leben führen zu können oder einen erneuten Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Wer beispielsweise über die NÜRNBERGER Versicherung versichert ist, kann auf folgende Vorteile bauen:

  • Geld steht zur freien Verfügung
  • Bis zu 100.000 Euro
  • Alle Krebsarten versichert
  • Unkomplizierte Auszahlung
  • Kinder sind mitversicherbar
  • Medizinische und psychologische Beratung

Besonders sinnvoll ist die Versicherung für Menschen, die schon mehrere Krebsfälle in der Familie hatten. Auch wenn die Forschung hier noch nicht alle Einzelheiten klären kann, gibt es nachweislich bestimmte genetische Voraussetzungen, die Krebsbildung bedingen. Wurde man mit dieser Situation schon bei Großeltern, Eltern, Tanten oder Onkeln konfrontiert, dann ist das eigene Risiko erhöht. Das ist ohnehin schon ein belastender Gedanke, der etwas abgemildert werden kann, indem man sich auf den Ernstfall vorbereitet.

Die Nachteile der Krebsversicherung

Unter Umständen können manche Menschen von den Versicherungen abgelehnt werden. Dabei handelt es sich um Menschen mit beispielsweise erhöhtem Risiko. Je nach Versicherung sind teilweise so gut wie gar keine Grundbedingungen abgefragt, manchmal aber sogar ein Gesundheitscheck. Doch es sind dabei gerade die Menschen mit erhöhtem Krebsrisiko, die den vordergründigen Bedarf haben.

Neben Krebsversicherungen, die sehr aufgeschlossen sind, gibt es auch Versicherer, die sehr genau hinsehen. Hier ist es von größter Wichtigkeit alle Bedingungen genau zu studieren. Nicht dass im Fall einer Krebsdiagnose die Versicherungsleistungen ausbleiben. Beispielsweise wenn man angegeben hat Nichtraucher zu sein und es Beweise dafür gibt an einer Zigarette gezogen zu haben.

Auch die Beiträge können je nach Police stark variieren. Neben verhältnismäßig geringen Beiträgen, die im Falle einer Diagnose zu einer akzeptablen Leistung führen, gibt es auch völlig überteuerte Angebote. Wichtig ist, dass man alle Angebote vernünftig vergleicht.

Versicherung bei Krebs

Krebs ist immer eine einschneidende Diagnose – gerade, wenn eine weitere Berufsausübung nicht möglich ist.

Fazit: Genau abwägen

Die Qualität einer Krebsversicherung bestimmt, wie sinnvoll sie ist. Grundsätzlich kann nicht behauptet werden, dass eine Krebsversicherung zu den Dingen gehört, die jeder haben sollte. Allerdings ist das Risiko auch nicht von der Hand zu weisen. Gibt es in der näheren Verwandtschaft bereits Krebserkrankungen oder weist man eine Disposition zu gewissen Erkrankungen auf, ist es sinnvoll sich gemäß seiner Bedürfnisse abzusichern.

Wenn man also von einem erhöhten Krebsrisiko ausgeht und ein umfassendes Leistungspaket hat, dann kann eine Krebsversicherung durchaus Sinn ergeben. Denn sie ​schafft nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern unterstützt unter Umständen auch die Vorsorge. Somit kann eine Krebsversicherung nicht nur im Notfall wertvoll sein, sondern im Idealfall sogar den Ausbruch der Krankheit verhindern, wenn die Vorsorge gründlich ist. Eine umfassende Beratung ist immer eine gute Idee, um zu schauen, welches Versicherungspaket für die eigenen Umstände am besten ist.

Bildquellen:

Abbildung 1: Andrea Piaquadio /pexels.com | Abbildung 2: Michele Leman / pexels.com

Autor: Lena Fink | Datum: 17.08.2021

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Suche