Stress im Alltag

ALLTAGSSTRESS ALS WEGBEGLEITER

Unabhängig von Geschlecht, Alter oder Beruf, der Stress ist bei vielen Menschen mittlerweile ein gut bekannter Wegbegleiter geworden. Sogar zu Hause und in der Freizeit hat er rücksichtslos Einzug gehalten. Mit den Anforderungen des modernen Lebens werden heute nicht nur viele Erwachsene regelmäßig konfrontiert, sondern unzählige Kinder im schulfähigen Alter leiden bereits unter den vielfältigen Auswirkungen von Stresssymptomen.

ÜBERLEBENS-TAKTIK UNSERES KÖRPERS

Evolutionsbiologisch gesehen ist Stress eine natürliche Reaktion des Körpers, die uns in Gefahrensituationen mobilisiert und auf den Kampf oder die Flucht vorbereitet. Auf einen geeigneten Impuls hin schüttet der Körper Stresshormone aus und mobilisiert blitzschnell zusätzliche Energien, die uns reaktionsbereit sein lassen, um zur Höchstform auflaufen zu können. Aus diesem Grund steigen Puls, Blutdruck und Atmenfrequenz an und die Muskeln spannen sich. Die notwendige Entladung erfolgt während des Kampfes oder auf der Flucht.

Genau dieser Mechanismus wird heute immer noch in uns ausgelöst und kann beispielsweise bei Sportlern in Wettkampfsituationen zu Höchstleistungen beitragen.

FEHLENDE ENTLADUNGSMÖGLICHKEIT MACHT KRANK

Doch was geschieht, wenn die nötige Entladung ausbleibt und sich mobilisierte Energien immer öfter im Körper anstauen? Genau das passiert häufig in Stresssituationen, in denen wir uns zwar aufregen und Stresshormone ausschütten, aber trotzdem ruhig bleiben müssen. Solche Situationen können in verschiedenen Lebenslagen immer wieder auftreten. Wenn aufgestauter Stress immer häufiger zu psychischen Anspannungen führt, kann die Stressbewältigung zum Problem werden.

Wenn der Körper kein Ventil hat, um den inneren Druck wieder abzubauen, besteht die Gefahr, dass er in einen dauerhaften Alarmzustand gerät. In der Folge kann dieser Zustand zu ernsthaften physischen und psychischen Beschwerden führen.

Stresssymptome

ERSTE ANZEICHEN WERDEN OFT FALSCH EINGESCHÄTZT

Ausgeschöpfte Energiereserven sind die Folge von chronischem Stress. Stresssymptome zeigen sich anfangs scheinbar harmlos und können unbehandelt in schweren körperlichen Krankheiten und dem in Deutschland immer öfter diagnostizierten Burnout-Syndrom gipfeln. Zu den typischen Stressymptomen zählen:

  • Absinken der Konzentrationsfähigkeit
  • Absinken der Leistungsfähigkeit
  • Gereiztheit
  • Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • Albträume
  • Beschwerden des Magen-Darmbereichs
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • Lungenerkrankungen
  • Rückenbeschwerden
  • Burnout-Syndrom

Positiver & negativer Stress

EUSTRESS – POSITIVER STRESS

Stress muss nicht immer negativ sein, er kann auch positiv sein und wird dann Eustress genannt. Eustress hat mitunter sogar positive Auswirkungen auf den Körper, nämlich dann, wenn er uns motiviert und unsere Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit steigert. Beispielsweise wird er ausgelöst, wenn wir eine Aufgabe oder Situation erfolgreich gemeistert haben. Eustress ist in der Lage, das Selbstvertrauen zu steigern und uns anzuspornen.

DISSTRESS – NEGATIVER STRESS

Als negativ gilt Stress erst dann, wenn er übermäßig häufig auftritt und wir keinen körperlichen Ausgleich dafür finden. Dieser negative Stress, auch Disstress genannt, überfordert uns. Wir empfinden ihn als bedrohlich, wenn wir vor Aufgaben stehen, die wir nicht oder nur mit extremem Kraftaufwand bewältigen können. Wir fürchten uns davor, irgendwann keine Kraft mehr zu haben.

Maßnahmen zum Stressabbau

MASSNAHMEN ZUR STRESSBEWÄLTIGUNG UND ZUM STRESSABBAU

Mehr positiver Stress und weniger negativer Stress ist ein erstrebenswertes Ziel. Eustress kann uns außerdem länger gesund und lebensfroh halten. Wer es im ersten Schritt schafft, Disstress aus der Freizeit heraus zu halten, der kann sich in der Freizeit eine wertvolle Regenerationsphase schaffen.

Gesunde Ernährung hilft

Auch ungesunde Ernährung kann bei der Stressanfälligkeit eine Rolle spielen, denn wer sich oft von Fastfood ernährt und wenig frisches Obst und Gemüse zu sich nimmt, kann unter Umständen sein Immunsystem schwächen, dass maßgeblich am Stressabbau beteiligt ist.

Entspannungsmethoden fördern gezielt Stressabbau

Einige Maßnahmen unterstützen den Stressabbau und manche fördern sogar gleichzeitig positiven Stress. Hierzu zählen u.a. verschiedene Entspannungsmethoden.

Sport und gesunde Bewegung begünstigen Stressabbau

Auch Sportarten wie Wandern, Nordic Walking, Tanzen oder Radfahren helfen dem Körper beim Stressabbau. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass regelmäßige körperliche Bewegung beim Stressabbau hilft. Schon Spazierengehen wirkt sich günstig aus.

KRANKENKASSEN FÖRDERN SPEZIELLE KURSE ZUM STRESSABBAU 

Jeder Mensch verarbeitet Stress anders und muss für sich herausfinden, wie ihm das am besten gelingt. Wem es aber nicht gelingen will, ein passendes Ventil zu finden und wer Schwierigkeiten hat, seinen Stress allein zu bewältigen, kann an Kursen zur Stressbewältigung teilnehmen oder Hilfe bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten finden. Maßnahmen zur Entspannung werden vorbeugend von vielen Krankenkassen unterstützt. Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge oder auf ärztliche Verordnung hin beteiligen sie sich nach Maßgabe an den Kosten. Nachfragen kann sich lohnen. Mehr Informationen zur Vorsorge unter dem Thema Gesundheitskurse.

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

Patrick Kury: Der überforderte Mensch. Eine Wissensgeschichte vom Stress zum Burnout. 2012. Campus

Rending L., Koch M., Rippe B. et al.: Mensch im Stress. Psyche, Körper, Moleküle. Spektrum Akademischer Verlag. Heidelberg 2005.

Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 2014. Verlag de Gruyter

Text: Katja Schulte Redaktion
Datum: 11/2016 | aktualisiert 01/2019

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