Unter der Bezeichnung Barrierefreiheit versteht man nach dem § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für Menschen mit körperlichen und sonstigen Einschränkungen ohne fremde Hilfe in Bezug auf Wohnungen. Dabei ist zu betonen, dass ein barrierefreies Wohnen naturgemäß für ältere Menschen von großer Bedeutung ist. Aber auch für jüngere Personen kann die entsprechende Einrichtung einer Wohnung von großer Bedeutung sein. Wesentlich beim barrierefreien Gestalten der Wohnung ist dann dabei vor allem, für ausreichend Platz zu sorgen, an wesentliche Hilfsmittel wie Haltegriffe zu denken oder auch physische Barrieren wie Treppen überwindbar zu machen.

Eingangsbereich, Treppe, Badezimmer und Küche als besondere Knackpunkte

Am einfachsten ist es, wenn der Zugangsbereich zur Wohnung bereits barrierefrei gestaltet wurde. Beispielsweise dadurch, dass er ebenerdig ist oder dass bereits eine Rampe, ein Lift oder ein Fahrstuhl existieren. Doch auch, wenn der übergeordnete Eingangsbereich schon passt, kann eine Treppe innerhalb der
Wohnung immer noch eine Herausforderung darstellen. Eine gute potenzielle Lösung sind Innentreppenlifte. Sie sind in den verschiedensten Varianten zu haben und sorgen für eine bessere Überwindbarkeit.

Wichtig dabei: Abhängig von der örtlichen Gegebenheit kann sich der Einbau unterschiedlich leicht oder kompliziert gestalten. Es lohnt sich also, sich zum Thema Treppenlift rechtzeitig zu informieren und verschiedene Angebote einzuholen. Dadurch wird die Planung sowohl in technischer als auch finanzieller Hinsicht deutlich erfolgversprechender.

Einen weiteren wesentlichen Bestandteil beim barrierefreien Wohnen bildet zudem die Gestaltung des Badezimmers. Ebenerdige Duschen inklusive Sitzen und Badewannen mit Eingangstüren sind dabei schon recht bekannt. Doch auch andere Elemente wie Stützklappgriffe dürfen nicht vergessen werden, zumal sie am WC ebenfalls gute Dienste leisten. In Bezug auf eine rollstuhlgerechte Einrichtung ist außerdem anzumerken, dass genug Platz für das Manövrieren zur Verfügung stehen muss. Idealerweise lässt sich dieser seitlich neben das WC fahren, um das Erreichen des Toilettensitzes zu vereinfachen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, wenn vor der Badewanne oder der Dusche ein freier Raum von etwa 2,5 m² Fläche vorhanden ist, um die Bewegungsfreiheit zu erhöhen.

Wie im Badezimmer kommt es in der Küche auf ausreichend Platz an. So spielen die 2,5 m² auch hier eine wesentliche Rolle, wenn ein Rollstuhl oder ein Rollator direkt ins barrierefreie Wohnen eingeplant werden sollen. Weiterhin ist zu bedenken, dass in diesem Fall die Unterfahrbarkeit der Spüle, des Herds und der Arbeitsplatte von Relevanz sind. Genauso wie die für ihre Nutzer passende Nutzungshöhe. Es könnte also durchaus von Vorteil sein, bei mehreren Nutzern mit verschiedenen Körpergrößen auf eine individuell regelbare Höhenverstellbarkeit zu achten.

Klingt alles kompliziert? Der Studiengang Inclusive Design an der Frankfurt University of Applied Sciences sorgt für Erleuchtung

Es liegt in der Natur der Sache, dass das nachträgliche Umrüsten einer Wohnung auf Barrierefreiheit eine ordentliche, aber in vielen Fällen zu bewältigende Aufgabe ist. An der Frankfurt University of Applied Sciences macht man sich daher schon im Vorfeld dieser Situation Gedanken dazu, wie schon beim Wohnungsbau auf Herausforderungen eingegangen werden kann.

Dies geschieht insbesondere im Rahmen des viersemestrigen Masterstudiengangs Inclusive Design. Er verbindet im Zuge eines interdisziplinären Projekts drei verschiedene Fachrichtungen: Architektur, Informatik und Ingenieurwissenschaften sowie Soziale Arbeit und Gesundheit. Im Fokus steht dabei, dass Wohnraum entsteht, der Menschen der verschiedensten Altersgruppen unabhängig von funktionalen Einschränkungen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben möglich macht.

Das bedeutet beispielsweise, dass es im Bereich inklusive Architektur um das technische Fachwissen bezüglich des Umgangs mit Barrieren im Bereich des Städte- und Wohnungsbaus im Speziellen geht. Gleichzeitig werden hierbei selbstverständlich auch Forschungs-, Gesundheits- und Sozialwesen-Einrichtungen berücksichtigt.

Die Informatik und die Ingenieurwissenschaften legen ihren Studienschwerpunkt in diesem Masterstudiengang und dem damit verbundenen Projekt auf intelligente, also smarte Systeme, die mit den Bewohnern des inklusiven Raums unterstützend kommunizieren und interagieren. Dabei handelt es sich unter anderem um intelligente Sensoren und Aktoren in der Sprach- und Bilderkennung oder Sprachsynthese.

Und auch der Bereich Soziale Arbeit und Gesundheit trägt mit seinem Fokus auf das Digital Health und Case Management zur umfassenden Qualifizierung der Absolventen des Studiengangs bei. Immerhin ermöglicht es ihnen, als Experten professionell auf soziale Probleme aufgrund von Gesundheitsproblemen und/ oder Alter zu reagieren. Darüber hinaus lernen sie auch, den reibungslosen Versorgungsverlauf von Betroffenen im Zuge des Gesundheitsmanagements und der damit verbundenen Gesetzgebung sicherzustellen.

Autorin: Joana Mader
Datum: 23.08.2022
Bildquellen: ©Macus Aurelius@pexels.com (CCO Creative Commons Lizenz)

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