Gesunde Zähne bis ins hohe Alter sind der Traum eines jeden Menschen, doch im Alltag sieht das Ergebnis leider oft anders aus.

Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen, trotz regelmäßiger Zahnarztbesuche kommt es zu Karies, Parodontose und Zahnverlust. Oft liegt die Ursache in Zucker und Säuren, die Zahnschmelzdefekte auslösen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei den meisten Zahnbehandlungen gerade einmal zwischen 40 und 60 Prozent der Gesamtkosten, insbesondere bei Zahnersatz. Lohnt sich also eine Zahnzusatzversicherung immer?

Was leistet die private Zahnzusatzversicherung und wann?

Während der Zahnarzt für die Lücken im Gebiss verantwortlich ist, wenn er zur Zange greift, hinterlässt die gesetzliche Krankenversicherung Lücken im Geldbeutel. Nach einem Bericht des Versicherers R+V ist es Aufgabe der privaten Zahnzusatzversicherung, genau diese Lücken zu schließen. Gründe, warum der Abschluss sinnvoll sein kann, gibt es einige:

  • Der Mensch wird statistisch immer älter, der Zahnverschleiß hat sich aber nicht angepasst.
  • Gesetzliche Kassen übernehmen nur den Festzuschuss, egal wie teuer die Behandlung ist.
  • Nur medizinisch notwendige Behandlungen werden von der GKV finanziert.
  • Prophylaxe-Leistungen werden von der privaten Zahnzusatzversicherung übernommen.

83,4 Jahre beträgt nach Angaben des statistischen Bundesamtes Destatis die statistische Lebenserwartung einer Frau Stand 2022. Tendenz steigend und bei dieser kontinuierlichen Steigerung des Durchschnittsalters wächst auch die Gefahr, im Alter einmal auf Zahnersatz angewiesen zu sein. Junge, gesunde Menschen machen sich über Themen wie Implantate, Prothetik und Zahnersatz nur selten Gedanken, doch je früher eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen wird, desto günstiger wird es am Ende.

Mundhygiene reicht nicht immer aus, um Zahnverlust vorzubeugen

Zweimal täglich Zähneputzen, dabei die Zwischenräume nicht vergessen. Die meisten Menschen wissen genau, worauf es bei der Zahnpflege ankommt. Doch aller Sorgfalt zum Trotz kann es zu Beschwerden kommen, die nicht zu steuern sind. ​Was viele nicht wissen: Erkrankungen wie Parodontitis sind in einem Drittel aller Fälle erblich bedingt!

Entsprechende Vorerkrankungen in der Familie mit frühem Verlust der Zähne erhöhen somit das eigene Risiko, einmal vor Beginn der Hochaltrigkeit von Zahnverlust betroffen zu sein. Doch auch ohne Veranlagung kann das Risiko von späteren Zahnbeschwerden nie gänzlich ausgeschlossen werden.

Für wen lohnt es sich, die Zahnzusatzversicherung abzuschließen?

Wer im Alter die Zuschüsse für den Rollator bezahlt, wie die notwendig gewordenen Implantate finanziert werden und wer sich um die Barrierefreiheit im Haus kümmert? Das steht in den jungen Erwachsenenjahren nicht zur Debatte. Doch der Blick in die Zukunft lohnt sich, denn der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung ist vor allem für junge Menschen ein entscheidender Vorteil!

Ist die Zahngesundheit zu diesem Zeitpunkt noch gegeben, wirkt sich das positiv auf die Beitragshöhe für die Police aus. Das bedeutet aber nicht, dass nach dem ersten verlorenen Zahn kein Anspruch mehr auf eine private Zahnzusatzversicherung besteht. Seriöse Anbieter versichern ihre Klienten auch dann noch, wenn es bereits zu ersten Schäden kam.

Ebenfalls im Vorteil sind Familien, denn Kindertarife sind besonders günstig und umfassen auch notwendig werdende Behandlungen durch einen Kieferchirurgen. Spätestens wenn beim ersten Kind eine mechanische Zahnkorrektur mittels Zahnspange erforderlich war, lohnt es sich, über eine Zusatzversicherung nachzudenken.

Ehrlichkeit beim Abschluss ist Ehrensache

Bevor die Versicherungspolice erteilt und der Beitrag berechnet wird, ist eine Gesundheitsprüfung nötig. Hierbei werden, je nach Anbieter, folgende Angaben erfragt:

  • Fehlen bereits Zähne und wenn ja, wie viele?
  • Gab es viele Zahnbehandlungen in der Vergangenheit?
  • Gibt es bereits Zahnersatz?

Bis zu drei bereits verlorene Zähne hindern den Versicherer nicht daran, ein Angebot für eine Zahnzusatzversicherung zu erstellen. Die Weisheitszähne werden nicht in die Berechnung eingeschlossen. Zu beachten ist aber, dass oft schon ab dem ersten fehlenden Zahn für die ersten Jahre ein höherer Eigenanteil bei Zahnbehandlungen erforderlich wird.

Aus diesem Grund lohnt es sich, bei Interesse an der Zusatzversicherung rechtzeitig zu handeln und diese abzuschließen, bevor es zu einem ersten Zahnverlust kam. Der Unterschied macht sich beim monatlichen Tarif deutlich bemerkbar.

Autor:  Stefan Weinmann
Datum: 29.03.2022 | aktualisiert durch die Redaktion 30.01.2023
Bildquelle:  ©Olena Yakobchuk/Shutterstock.com  (Stock-Foto ID: 1926739082)

Quellen und weiterführende Informationen:

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