Zertifizierte Ernährungsberater benötigen Qualifikationen. Sie müssen über entsprechende fundierte Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Ernährung verfügen und diese auch nachweisen können. Entweder können zertifizierte Ernährungsberater ihre Qualifikation mit einem entsprechenden Zertifikat der Zentralen Prüfstelle für Prävention oder mit einer anderen Registrierung nachweisen, die von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt wird. Die Anerkennung dient als Voraussetzung, um mit diesen Kassen die bei den Versicherten erbrachten Leistungen auch abrechnen können.

Zertifizierte Ernährungsberater können aber auch entsprechende Vorsorgekurse zur Ernährung anbieten, wenn diese von der Zentralen Prüfstelle für Prävention geprüft wurden und die Prüfstelle bei positivem Ergebnis ein Zertifikat mit dem Prüfsiegel Deutscher Standard Prävention für den Kurs erteilt hat.

Zertifizierte Ernährungsberater dürfen neuerdings auch aus verwandten Berufszweigen entstehen

In Verbindung mit der Qualifikation zur zertifizierten Ernährungsberatung sind mittlerweile neue Berufszweige zugelassen worden. Neben den traditionell tägigen Ernährungsmedizinern, Diätassistentinnen und Mitgliedern spezieller Fachverbände aus dem Bereich Ernährung und Ernährungstherapie, dürfen nun auch Berufstätige aus speziellen Berufsgruppen als zertifizierte Ernährungsberater tätig werden, um ihre Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können.

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Dadurch sollen nach Expertenberichten in Zukunft auch die vielen gesetzlich Versicherten profitieren, weil so die hohe Nachfrage nach qualifizierten Ernährungsberatungen besser bedient kann. Zwar bleiben die Anforderungen für diese Berufsgruppe nach wie hoch, dennoch besteht nun für Personen aus verwandten Berufsfeldern gleichermaßen die Möglichkeit, sich für diesen Beruf zu qualifizieren.

Anbieterqualifikation für zertifizierte Ernährungsberater

Die Qualifikationsvoraussetzungen für zertifizierte Ernährungsberater wurden seit dem 01. Oktober 2020 auf breiter Front erweitert. Aktuell kommen neben den oben genannten traditionellen Gruppen nun außerdem alle Fachkräfte für einen Zertifikatserwerb in Betracht, die einen staatlich anerkannten, ernährungsbezogenen Berufsabschluss oder Studienabschluss haben und verschiedene Mindeststandards nachweisen können.

Erforderlich ist der Nachweis fachwissenschaftlicher Kompetenz und/oder fachpraktischer Kompetenz und/oder fachübergreifender Kompetenz in jeweils bestimmtem Umfang.

Die Kompetenzen können aus verschiedenen Fachgebieten einzeln nachgewiesen oder kombiniert werden. Zum Nachweis kann eine fachwissenschaftliche Kompetenz aus dem Bereich Ernährung, Medizin, Ernährungsmedizin, Pädagogik oder Psychologie dienen. Auch Personen, die fachpraktische Kompetenz in Theorie und Praxis im Bereich der Lebensmittelkunde oder Warenkunde erworben haben, bringen Qualifikationsvoraussetzungen mit. Der Nachweis kann aber auch durch fachübergreifende Kompetenz mit Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention erbracht werden. 

Vor dem 01.Oktober 2020 waren es nur sehr beschränkte Kreise, die eine zertifizierte Ernährungsberatung anbieten konnten, wie bereits erwähnt, darunter Ernährungsmediziner, Diätassistentinnen und Mitglieder spezieller Fachverbände aus dem Bereich Ernährung und Ernährungstherapie, die nach wie vor einen Großteil der qualifizierten Ernährungsberater stellen.

Fachverbände der zertifizierten Ernährungsberater

Anerkannte Fachverbände sind neben dem Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE) auch der Bundesverband deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM).

Auch Fachverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) sowie der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) stellen zertifizierte Ernährungsberater, die entsprechende Leistungen auch mit den Krankenkassen abrechnen können.

Zu den weiteren Fachverbänden die zertifizierte Ernährungsberater in Deutschland stellen, zählt neben der Deutschen Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG) auch die Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e.V. (QUETHEB) sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Der Nachweis von Fachkenntnissen

Zertifizierte Ernährungsberater können fundierte Fachkenntnisse auf zahlreichen Gebieten nachweisen. 

Hierzu zählen Fachkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin sowie aus der Biochemie und Pathophysiologie. Hinzu kommen Bereiche wie Diätetik und Lebensmittelkunde.

Außerdem verfügen zertifizierte über entsprechende Kenntnisse aus den Fachbereichen Kommunikation, Betriebswirtschaft und Selbstmanagement.

Die Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung spielt eine wichtige Rolle

Festgelegt werden die verbindlichen Regeln im bundesweit gültigen Leitfaden Prävention, den die Verbände der Krankenkassen mit dem GKV Spitzenverband erarbeiten. Diese Regeln gelten für Leistungen der Krankenkassen im Bereich Vorsorge und betriebliche Gesundheitsförderung. Ziel des Regelwerks ist eine einheitliche Qualitätssicherung von Leistungen in der Ernährungsberatung.

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Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten ganz oder anteilig für Versicherte, die an zertifizierten Gesundheitskursen zur Vorsorge teilnehmen. Auch wenn eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung vorliegt, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Ernährungsberatung durch zertifizierte Ernährungsberater.

Viele Informationen zur Kostenübernahme und zu den spezifischen Voraussetzungen finden Versicherte meist schon auf den Internetseiten von Anbietern und Krankenversicherern. Im Zweifelsfall sollten Versicherte die Maßnahme mit der eigenen Krankenkasse absprechen, um die Kostenfrage sicher zu klären.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 01/2019 | aktualisiert 02.02.2023
Bildquelle: © congerdesign auf Pexels.com

Quellen und weiterführende Informationen:

GKV-Spitzenverband. Leitfaden Prävention 2021

Zentrale Prüfstelle Prävention

Wichtige Hinweise zu Gesundheitsthemen

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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