Zink übernimmt wichtige Funktionen im Stoffwechsel

SPURENELEMENT ZINK BEEINFLUSST VIELE KÖRPERBEREICHE

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper täglich in bestimmter Menge für wichtige Stoffwechselprozesse benötigt. Zwar kommt Zink nur in sehr geringen Mengen im Körper vor, dennoch ist der Mineralstoff für die körperliche und geistige Gesundheit von großer Bedeutung.

FUNKTIONEN VON ZINK

Zink ist in allen Körperzellen, Geweben und Organen enthalten. Zinkabhängige Enzyme steuern den Stoffwechsel von Eiweiß, Zucker, Fett und Alkohol im Körper. Außerdem wird Zink wird bei der Synthese von DNA, RNA und Proteinen benötigt. Das Spurenelement beeinflusst daneben auch den Zustand der Haut, Schleimhaut und Haare. Eine weitere Rolle spielt Zink bei der Wundheilung, Blutbildung und Spermienproduktion.

Zink befindet sich hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln

ZINKGEHALTE IN LEBENSMITTELN

Vor allem in Nahrungsmitteln aus tierischem Ursprung ist Zink in größerer Menge enthalten. Es ist u.a. gut verwertbar aus Rindfleisch (6,1 mg/100 g), Austern ( 85 mg/100 g), Schweinefleisch (4,1 mg/100 g), Cashewkernen (4,8 mg/100 g), dunkler Schokolade (5,7 mg/ 100 g), Mandeln (2,7 mg/100 g), Haselnüssen (1,9 mg/ 00 g).

Zink aus Obst, Gemüse und Milchprodukten kann vom Körper weniger gut verwertet werden.

Auch vielen Produkten zur Mundpflege, z.B. Zahnpasta, Mundwasser oder Haftcremes wird Zink zugesetzt.

Tagesbedarf – Referenzmengen für Zink

ZINKVERWERTUNG IST OFT NICHT OPTIMAL

Da der Körper nur etwa 10-40% der Zinkmenge aus der aufgenommen Nahrung verwerten kann, muss die tägliche Aufnahmemenge entsprechend hoch sein. Der Organismus kann besser tierisches Zink verwerten als pflanzliches.

Der empfohlene tägliche Zinkbedarf wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ausgegeben und beträgt für Kinder und Säuglinge:

  • Säuglinge o bis unter 4 Monate/1,5 mg
  • Säuglinge von 4 bis unter 12 Monate/2,5 mg
  • Kinder von 1 bis unter 4 Jahre/3 mg
  • Kinder von 4 bis unter 7 Jahre/4 mg
  • Kinder von 7bis unter 10 Jahre/6 mg

Die Aufnahmefähigkeit von Zink hängt in späterem Alter vom Phytatgehalt der aufgenommen Nahrung und vom Geschlecht ab. Phytate befinden sich zu großen Teilen in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, die nicht fermentiert sind oder gekeimt haben. Je geringer der Phytatgehalt im Körper ist, desto besser wird Zink aufgenommen. Daher richtet sich die empfohlene Zinkaufnahme bei Jugendlichen, Erwachsenen, Schwangeren und Stillenden nach der folgenden Tabelle. Die Einstufung ist je nach Ernährungsweise in drei Gruppen unterteilt:

1) Niedrige Phytatzufuhr mit hoher Zinkaufnahmefähigkeit:

330 mg/Tag (0,5 mmol/Tag) bei einer Ernährungsweise mit geringem Anteil an Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Die Proteinquellen stammen hauptsächlich aus tierischen Quellen.

2) Mittlere Phytatzufuhr mit moderater Zinkaufnahmefähigkeit:

660 mg/Tag (1,0 mmol/Tag) bei einer vollwertigen Ernährungsweise mit tierischen Proteinquellen wie Fleisch und Fisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten oder bei einer vegetarischen und veganen Ernährung, die vorrangig hoch ausgemahlene, gekeimte oder fermentierte Getreideprodukte enthält.

3) Hohe Phytatzufuhr mit verringerter Zinkaufnahmefähigkeit:

990 mg/Tag (1,5 mmol/Tag) bei einer Ernährungsweise mit unfermentierten und nicht gekeimten Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten und Proteinquellen, die vorrangig oder ausschließlich aus pflanzlicher Herkunft stammen, z.B. Soja

Der empfohlene tägliche Zinkbedarf lt. Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) beträgt für Jugendliche und junge Erwachsene, unabhängig davon, ob sie eine niedrige, mittlere oder hohe Phytatzufuhr haben je nach Geschlecht:

Kinder und Jugendliche männlich 1), 2), 3) weiblich 1), 2), 3)
10 bis unter 13 Jahre 9 mg 8 mg
13 bis unter 15 Jahre 12 mg 10 mg
15 bis unter 19 Jahre 14 mg 11 mg

Der empfohlene tägliche Zinkbedarf lt. Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) beträgt für Erwachsene je nach Ernährungsweise 1), 2) oder 3) und Geschlecht:

Erwachsene w 1) w 2) w 3) m 1) m 2) m 3)
19 bis 65 und älter 7 mg 8 mg 10 mg 11 mg 14 mg 16 mg

Der empfohlene tägliche Zinkbedarf lt. Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) beträgt für Schwangere je nach Ernährungsweise 1), 2) oder 3):

Schwangere 1) 2) 3)
1. Trimester 7 mg 9 mg 11 mg
2. u. 3. Trimester 9 mg 11 mg 14 mg

Der empfohlene tägliche Zinkbedarf lt. Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) beträgt für Stillende je nach Ernährungsweise 1), 2) oder 3):

Stillende 1) 2) 3)
11 mg 13 mg 14 mg

Einige Experten gehen allerdings von einem höherem Zinkbedarf aus.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Zink tolerierbare Gesamtzufuhrmengen ermittelt, weil eine zu hohe Zufuhr von Zink bei gleichzeitiger niedriger Kupferzufuhr die Kupferaufnahme beeinträchtigt. Durch niedrige Kupferaufnahme wird eine Blutarmut begünstigt. Für Erwachsene beträgt die täglich tolerierbare Gesamtzufuhrmenge an Zink 25 mg, während sie bei Kindern im Alter von 1-3 Jahre bei 7 mg liegt. Bei Jugendlichen im Alter von 15-17 Jahre beträgt diese Menge 22 mg. Die Zufuhrmengen sollten nicht dauerhaft überschritten werden.

Bei Zinkaufnahme aus Lebensmitteln allein können die Gesamtzufuhren nicht überschritten werden.

Speicherfähigkeit von Zink

ZINKVORRAT IM KÖRPER

Der Körper enthält insgesamt 2-4 g Zink und er kann es nur kurzzeitig speichern.

Zinkmangel

TEILE DER BEVÖLKERUNG LEIDEN UNTER ZINKMANGEL

Deutschland gilt nicht als Zink-Mangelland, dennoch ist auch ein Teil der deutschen Bevölkerung von Zinkmangel betroffen. Bei einer normalen Ernährung stellt sich normalerweise kein Mangel ein. Weil Zink an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt ist, kann sich ein Zinkmangel gleich auf viele Organbereiche des Körpers auswirken.

Stress vermindert ebenfalls die Verfügbarkeit von Zink. Mangelsymptome können deshalb durch Stress verstärkt werden. Aufgrund von Geschmacks-und Geruchsstörungen meiden Kinder mit Zinkmangel Gemüse, weil sie es nicht schmecken können. Stattdessen essen sie lieber Süßes.

URSACHEN FÜR ZINKMANGEL

Leichter Zinkmangel muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Ein schwerer Zinkmangel hingegen kann zu vielen Beschwerden führen. Er kann entstehen, wenn die täglich benötigte Menge Zink über die Nahrung nicht regelmäßig zugeführt wird, wenn der Zinkbedarf steigt oder eine entsprechende Erkrankung besteht.

Mögliche Ursachen können dafür z.B. sein:

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Stress
  • Erbliche Defekte in Zinktransporterproteinen
  • Chronische Leberinsuffizienz
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Malabsorptionsstörungen
  • Diabetes
  • Sichelzellenanämie
  • Verschiedene Krebserkrankungen
  • Hohe sportliche Belastung
  • Hohe körperliche Belastung
  • Zinkarme Ernährung
  • Krankheiten
  • Häufige Saunabesuche
  • Fastenkuren
  • Einseitige Diäten
  • Medikamenteneinnahme
  • Chronischer Durchfall

RISIKOGRUPPEN FÜR ZINKMANGEL

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Zinkbedarf. Während der Stillzeit steigt der Bedarf nochmals. Jede körperliche Beanspruchung und auch Stress geht zwangsläufig mit einem erhöhten Stoffwechsel einher und führt zu einem erhöhten Zinkbedarf. Erhöht ist der Zinkbedarf besonders auch dann, wenn Zink durch starke körperliche Aktivität über den Schweiß verloren geht. Bei Sportlern erhöht sich außerdem die Zinkausscheidung mit dem Urin. Bedingt durch den Insulin-Stoffwechsel haben auch Diabetiker bisweilen einen höheren Tagesbedarf.

Zu den Risikogruppen für Zinkmangel zählen auch Senioren, Patienten mit ausgeprägten Essstörungen, Vegetarier und Veganer.

GRUPPEN MIT ERHÖHTEM ZINKBEDARF

  • Schwangerschaft
  • Jugendliche im Wachstum
  • Aktivsportler ab 20 Std./Woche
  • Ausdauersportler
  • Leistungssportler
  • Diabetiker
  • Vegetarier & Veganer
  • Gestresste Personen
  • Chronisch Kranke
  • Patienten nach Operationen
  • Menschen nach schweren Krankheiten
  • Personen mit chronischen Hauterkrankungen
  • Personen mit Akne

SYMPTOME BEI ZINKMANGEL ANFANGS OFT UNSPEZIFISCH

Zinkmangel macht sich oft zunächst durch unspezifische Symptome bemerkbar. Auch der Vitamin-A-Stoffwechsel ist vom Zink abhängig, so dass einige Symptome, wie Nachtblindheit durchaus einen Vitamin-A-Mangel vermuten lassen können. Häufig treten gleichzeitig auch Symptome anderer Mangelzustände auf, z.B. von Vitamin B6.

Mögliche Symptome können sein:

  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsabnahme
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Nachtblindheit
  • Beeinträchtigung des Geruchsinns
  • Beeinträchtigung des Geschmacksinns
  • Verstopfung
  • Oberbauchschmerzen
  • trockene schuppige Haut
  • Haarausfall
  • weiß gefleckte Fingernägel
  • dünne brüchige Fingernägel
  • schlechte Wundheilung

FOLGEN VON ZINKMANGEL

  • Unfruchtbarkeit der Frau
  • Unfruchtbarkeit des Mannes
  • Gefahr von Missbildungen des Fötus
  • Risiko einer Fehlgeburt

Überdosierung von Zink

ÜBERTRIEBENE ZUFUHR VON ZINK LÖST PROBLEME AUS

Eine starke Überdosierung mit Zink kann neben Lethargie auch eine Ataxie auslösen. Außerdem besteht die Möglichkeit einer gestörten Mineralstoffaufnahme. Eine tägliche Zufuhr von mehr als 100 mg Zink kann einen Eisenmangel und einen Kupfermangel auslösen.

Diagnose von Zinkmangel

ÄRZTLICHE UNTERSUCHUNG UND ONLINE-TEST MÖGLICH

Erst ein schwerer Zinkmangel kann durch eine ärztliche Blutuntersuchung oder eine Haaranalyse zuverlässig festgestellt werden. Im Serum fehlt ein geeigneter Biomarker, damit ein Zinkmangel spezifisch diagnostiziert werden kann. Die zirkulierenden Zinkkonzentrationen spiegeln die zellulären Zinkgehalte nicht zuverlässig wieder.

Zink in Nahrungsergänzungsmitteln und Hautpräparaten

GESUNDHEITLICHE WIRKUNGEN SIND VIELSEITIG

Wegen der breiten Wirkung ist Zink in vielen Nahrungsergänzungsmitteln und Präparaten im Handel stark präsent.

Zink wirkt antioxidativ und soll der vorzeitigen Alterung von Haut und Muskeln vorbeugen. Ebenso hat der Nährstoff positiven Einfluss auf die Sehkaft und das Gehör nehmen.

In Hautpräparaten unterstützt Zink die Wundheilung in Form von Salben und Pudern, die Wirkung ist besonders nachgewiesen bei Wundstellen im Windelbereich von Kleinkindern.

ZUGELASSENE ZINKFORMEN IN NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN

In Nahrungsergänzungsmitteln ist Zink häufig in Form von Zinkgluconat enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, täglich höchstens eine Menge von 2,25 mg über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen.

Zinkpräparate sind als Nahrungsergänzungmittel in Form von Zinkkapseln, Zinktabletten, Zinkpulver, Zinkgranulat, Zinkdragees, Brausetabletten und als Kombipräparate mit anderen Nährstoffen rezeptfrei in den meisten Online-Apotheken, Reformhäusern, Drogeriemärkten und vielen Supermärkten erhältlich.

Formen von Zink in Nahrungsergänzungsmitteln:

  • Zinkacetat
  • Zinkchlorid
  • Zinkcitrat
  • Zinkgluconat
  • Zinklactat
  • Zinkoxid
  • Zinkcarbonat
  • Zinksulphat

ZUGELASSENE HEALTH CLAIMS FÜR ZINK

Die folgenden Gesundheitsaussagen dürfen für Zink in Lebensmitteln angegeben werden, die die Mindestanforderungen an eine Zinkquelle erfüllen, wie sie in der Verordnung 1924/2006 gefordert wird:

Zink

  • trägt zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel bei
  • trägt zu einem normalen Kohlenhydrat-Stoffwechsel bei
  • trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei
  • trägt zu einer normalen DNA-Synthese bei
  • trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei
  • trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei
  • trägt zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel bei
  • trägt zu einem normalen Fettsäurestoffwechsel bei
  • trägt zu einem normalen Vitamin-A-Stoffwechsel bei
  • trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Haut bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Haare bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei
  • trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels bei
  • trägt zur einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen
  • hat eine Funktion bei der Zellteilung

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf. Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten

Ernährung in der Stillzeit. kindergesundheit-info.de. unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Nährstoffe-Bausteine für Ihre Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn 2015.

Burgerstein, Dr. Lothar. Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Haug Verlag

https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

Health Claims. Amtsblatt der Europäischen Union L 136/4 ff.

Richtlinie 2002/46/EG Des Europäischen Parlaments und des Rates. Vitamine und Mineralstoffe, die bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen

Bundesinstitut für Risikobewertung (2004). Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln.

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 05/2016 | aktualisiert 08/2020

WICHTIGE HINWEISE ZU GESUNDHEITSTHEMEN

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte beachten Sie hierzu die weiteren Hinweise zu Gesundheitsthemen

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