Verbrauch von Zucker in Deutschland bleibt noch zu hoch

Trotz rückläufiger Zahlen kommt es immer noch zu einem zu hohen Pro-Kopf-Verbrauch. Vergleicht man den Branchenbericht der deutschen Zuckerindustrie aus dem Jahr 2013 mit Zahlen aus dem Jahr 2021, konsumierten deutsche Bürger pro Kopf zuletzt etwa 32 Kilogramm weißen Zucker jährlich. Einen höheren Verzehr gab es nur 2017 mit etwa 35 kg pro Kopf. 2020 waren es immer noch 33,8.

Bei 32 Kilogramm verzehren Bundesbürger ungefähr 600 Gramm pro Woche und 85 g pro Tag. Damit liegt auch im Augenblick der Zuckerkonsum in Deutschland weit über der empfohlenen Tageshöchstmenge von 50 Gramm, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben hat.

Neueste Empfehlungen der WHO liegen noch deutlich unter dem Wert von 50 Gramm. Ein erhöhter Zuckerkonsum wird mit einer Vielzahl von Volkskrankheiten in Verbindung gebracht.

Zucker: der Produktionsprozess

Die Herstellung von weißem Zucker ist aufwändig. Um 1 Kilogramm reinen Zucker herzustellen, werden 9 bis 10 Zuckerrüben benötigt. Für diese Menge ist etwa 1 Quadratmeter Anbaufläche erforderlich.

Zur Herstellung von weißem Zucker werden zunächst die gereinigten und zerkleinerten Zuckerrüben in Extraktionstürmen mit heißem Wasser versetzt. Kalkmilch bindet dabei die Nichtzuckerstoffe im Saft. Es entsteht ein geklärter Dünnsaft.

Geklärter Dünnsaft ist von hellgelber Farbe und enthält einen Anteil von etwa 16 % Saccharose. In verschiedenen Verdampfungsstufen wird dem Dünnsaft nun solange Wasser entzogen, bis nach der Klärung ein Dicksaft entstanden ist. Anschließend werden dem Dicksaft Impfkristalle zur Kristallisation zugefügt.

Zentrifugen trennen im nächsten Schritt die Kristalle vom anhaftendem Sirup, der auch Melasse genannt wird. Die nochmalige Lösung und Kristallisation ergeben schließlich den besonders reinen weißen Zucker (Raffinade), der unter dem Begriff Haushaltszucker im Handel ist.

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Rohstoffe für Zuckerherstellung

Von Bedeutung für die Zuckergewinnung sind besonders die Pflanzen. Rohstoffe für verschiedene Zuckerprodukte können dabei ganz unterschiedliche Pflanzenarten aus vielen Teilen der Erde liefern. Die fertigen Produkte werden jeweils in vielen Formen und Feinheitsgraden angeboten. Im Kaloriengehalt unterscheiden sie sich kaum. Denn jeder Rohstoff besitzt etwa 400 Kalorien auf 100 g.

Rohstofflieferanten und Zuckeranteile

  • Rohrzucker: Gewinnung aus dem Saft des Zuckerrohrs
  • Rübenzucker: Gewinnung aus dem Saft der Zuckerrübe. Der Zuckeranteil beträgt bis zu 20 %
  • Ahornzucker: Gewinnung aus dem Saft des Zuckerahorns mit einem Anteil von etwa 5 % Saccharose
  • Palmzucker: Gewinnung des austretenden Blutungssaftes aus den angeritzten Blütenstandstielen bestimmter Palmenarten. Der Saft mit 15 % Saccharose wird in flüssiger, eingedickter oder getrockneter Form verwendet

Autor: Katja Schulte Redaktion
Datum: 01/2018 | aktualisiert 01.01.2023
Bildquelle: ©Julita@pixabay.com (CCO Creative Commons Lizenz)

Quellen und weiterführende Informationen:

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